Sergej Filin: „Ich weiß sicher, wer hinter Säureattentat steht“

Sergei Filin
Sergei Filin

Der künstlerische Leiter des Bolschoi-Balletts, Sergej Filin, weiß nach eigenen Worten „absolut sicher“, wer das Säureattentat auf ihn begangen hat, berichtet russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti am 3. Februar.

„Ich habe nicht bloß einen Verdacht, sondern ich bin absolut sicher, wer das gemacht hat“, sagte er in einem am Sonntag veröffentlichten BBC-Interview. Er dürfe es aber nicht sagen, solange die Ermittlung diese Angaben nicht publik gemacht hat.

Wie Filin weiter ausführte, hatte er vor dem Anschlag Drohungen bekommen. Der Vorfall sei ausschließlich mit seiner Arbeit im Boschoi verbunden.

„Es gab massive Attacken mit Drohungen auf meine Mobiltelefone. Meine email-Korrespondenz wurde gehackt. Es gab eine Reihe von Dingen, die zu dieser Tragödie geführt haben. Hätte ich diese Signale ernst genommen, hätte ich zumindest einen Fahrer genommen, wäre das nicht geschehen.“

„Wenn nichts Außerordentliches passiert, werde ich am Montag (4. Februar) in eine Klinik in Deutschland eingeliefert“, fügte er hinzu.

Ein Unbekannter hatte am 17. Januar dem 42-jährigen künstlerischen Leiter des Bolschoi-Balletts Säure ins Gesicht geschüttet. Filin wurde mit Verätzungen dritten Grades im Gesicht und an den Augen in ein Moskauer Krankenhaus gebracht. Zu dem Vorfall wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Höchstfreiheitsstrafe beträgt acht Jahre. Verdächtige gibt es vorerst keine.

Weiterbehandlung in Aachen
Der Spiegel-Online berichtet am 4. Februar, dass nach mehr als zwei Wochen hat der Ballettchef das Krankenhaus in Moskau verlassen. Direkt im Anschluss wollte er zur weiteren Behandlung nach Aachen reisen. „Ich fühle mich sehr gut. Ich bin voller Kraft und absolut gesund“, so Filin der Agentur Interfax. Der Künstler schützte seine verätzten Augen, die nach dem Attentat mehrfach operiert worden waren, mit einer Sonnenbrille „Ich öffne nur manchmal die Augen, aber sehe Dinge nur verschwommen und vage“, sagte Choreograph. In Aachen soll die Behandlung nun fortgesetzt werden.

Quellen: Ria Nowosti, Der Spiegel-Online

Foto: Ria Nowosti / Grigori Syssojew

 

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