Rechtsradikaler Polizeiangestellter in Hamburg

Polizei SymbolbildBei der Hamburger Polizei gibt es offenbar einen ausländerfeindlich und rechtsradikal gesinnten Angestellten, der u.a. jüdische Schulen und ausländische Konsulate bewacht.

Nach Informationen von NDR 90,3 hat der Mann unter anderem ein Foto von einem Totenschädel ins Internet gestellt, das offenbar direkt vor der jüdischen Josef-Carlebach-Ganztagsschule gemacht wurde. Die Symbolik dieses Fotos ist eindeutig: ein Totenkopf mit einer aufgesetzten Polizeimütze – und im Hintergrund die jüdische Schule am Grindelhof. Das Foto wurde offenbar direkt auf dem Wachtisch seines Polizeicontainers geschossen.

Nach den Recherchen von NDR 90,3 hat die Polizei den Fall intern zur Chefsache erklärt: Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch habe das Foto heute vorgelegt bekommen und sei „entsetzt gewesen“, sagte sein Sprecher. Er habe den Mitarbeiter sofort vom Dienst suspendiert. Ziel sei nun die „fristlose Kündigung“, so der Polizeisprecher. Er bestätigte zudem, dass es in der Vergangenheit schon öfter Ärger mit dem Angestellten im Polizeidienst gab.

Seit Dezember 2010 ist der Zentraldirektion der Fall bekannt. Zunächst hatte der aus Lübeck stammende Mann Kollegen mit Migrationshintergrund mit ausländerfeindlichen Sprüchen diffamiert und schikaniert. Seine Vorgesetzten sprechen von „boshaften“ und „abfälligen“ Bemerkungen. Zudem soll er gesagt haben, dass jeder das Buch „Mein Kampf“ von Adolf Hitler zuhause haben sollte. Der Beschuldigte wurde daraufhin mehrfach angehört und abgemahnt. Ein Vermerk in der Personalakte wurde jedoch zurückgezogen. Der Mann wurde im September 2012 lediglich in eine andere Schicht versetzt. Weitere Strafmaßnahmen gab es – bis zu seiner Freistellung heute – nicht.

Quelle: NDR
Symbolbild: © Siebert

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