Polen: Künstler-Kritik an Roter Armee bleibt einseitig

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Russlands Botschafter in Polen hat am Mittwoch rechtliche Schritte gegen den polnischen Kunststudenten Jerzy Szumczyk gefordert, weil er diesem Aufstachelung zum Rassenhass vorwirft.

Szumczyk hatte in Danzig neben einem Sowjetdenkmal eine Skulptur aufgestellt, die eine schwangere Frau zeigt, die während des Zweiten Weltkriegs von einem Rotarmisten vergewaltigt wird.

Die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza verteidigt den Kunststudenten, hält sein Werk aber für kritikwürdig:

„Polen ist nicht Russland. Und der Künstler Szumczyk ist nicht Pussy Riot. Die Vergewaltigungen, die es nicht nur in Danzig 1945 gegeben hat, sind doch ein historisches Faktum. Nachdem die Rote Armee nach Pommern, Masuren, Schlesien und in andere Gebiete einmarschiert war, hat man sowohl neunjährige kleine Mädchen als auch Frauen von 80 Jahren geschändet.

… Doch war dies eben Krieg. Im Krieg haben eigentlich alle vergewaltigt. Die deutschen Soldaten genauso wie die amerikanischen, englischen und bestimmt auch die polnischen. Und das bildet das Werk gerade nicht ab.“

 

Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion
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