Russland führt Geldstrafen für illegale Abtreibungen ein

Moskau (KNA) —  In Russland werden illegale Schwangerschaftsabbrüche künftig mit Geldstrafen geahndet. Staatspräsident Wladimir Putin unterzeichnete am Dienstag ein zuvor vom Parlament beschlossenes Gesetz, wie der Kreml mitteilte. Privatpersonen drohen demnach Strafen von umgerechnet bis zu etwa 100 Euro, Beamten bis zu 315 Euro und juristischen Personen bis zu 3.150 Euro. Abgeordnete hatten noch deutlich höhere Geldstrafen gefordert.

Seit 2012 sind in Russland Abtreibungen grundsätzlich nur noch in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen erlaubt. Zudem schreibt das Gesetz eine Bedenkzeit der Schwangeren zwischen der Beratung durch einen Arzt und ihrer Entscheidung für eine Abtreibung vor. Die Vorschriften werden russischen Medien zufolge oft missachtet.

Laut staatlichen Statistiken wurden zuletzt in Russland jährlich 880.000 Schwangerschaftsabbrüche registriert; nach Schätzungen russischer Wissenschaftler sind es mindestens doppelt so viele. Die russisch-orthodoxe Kirche wirbt seit Jahren für ein Abtreibungsverbot. Im Frühjahr sammelte sie dafür nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Unterschriften.

 

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Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion
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