Rigaer Erzbischof auf 100. Katholikentag in Leipzig

Vom 25. bis 29. Mai 2016 hat in Leipzig der 100. Katholikentag stattgefunden. Unter dem Motto „Seht, da ist der Mensch“ kamen rund 40.000 Teilnehmer in der sächsischen Messestadt  zusammen um über Gott und die Welt zureden. Etwa 89 Prozent der Besucher waren katholisch, die restlichen 11 Prozent verteilten sich überwiegend auf Christen aus protestantischen Kirchengemeinden.  Veranstaltet wird der Katholikentag von einer Laienorganisation, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken, kurz  ZdK genannt. Professor Thomas Sternberg, Präsident des ZdK, betonte: „Leipzig ist für uns mehr als eine Veranstaltungsstadt, es ist für uns ein Raum der Herausforderung und der Erfahrung, den wir ganz ausdrücklich gesucht haben.“ Gerade einmal 4,5 Prozent der 560.000 Einwohner gehören zur römisch-katholischen Kirche. Rund 12 Prozent sind evangelisch.  „Ich glaube“, so Sternberg „dass es sowohl ein mutiger aber auch richtiger Entschluss war, diesen Jubiläumskatholikentag nach Leipzig einzuladen.

Einziger offiziell aufgetretener Gast aus dem Baltikum war der lettische Erzbischof Zbignevs Stankevics aus Riga. Er wirkte an einem Katholikentagsgottesdienst in der Liebfrauen Kirche mit. Diese, am Stadtrand von Leipzig gelegene Kirchengemeinde, hat nicht nur einen sakralen Kirchenraum sondern betreibt auch das von außen zugängliche Lindenauer Kirchencafé. Ein ökumenisches Begegnungszentrum, das für alle Altersgruppen bei Kaffee und Kuchen eine offene Gesprächsatmosphäre bietet.

Obwohl zum Leipziger Katholikentreffen deutlich weniger Besucher kamen als beim Katholikentag in Regensburg vor zwei Jahren, zeigten sich die Veranstalter zufrieden. Man sei in Leipzig offenen und toleranten Bürgern begegnet. Das nächste Laientreffen der Katholiken wird 2018 in Münster veranstaltet. Vertreter der evangelischen Kirche luden im Anschluss an den Abschlussgottesdienst zum Evangelischen Kirchentag im kommenden Jahr nach Berlin und Wittenberg ein. Dieser steht ganz im Zeichen des  500-jährigen Reformationsjubiläums.

Der 100. Katholikentag hatte, gemessen an den vorherigen Katholikentagen, ungewöhnlich viele evangelische Besucher.  Auch gab es einige kirchengeschichtliche Veranstaltungen, die Martin Luther und anderen protestantischen Reformatoren gewidmet waren. So hofft man nun von evangelischer Seite, dass 2017 auch katholische Christen nach Berlin und Wittenberg reisen.

Thomas Marschner
Freier Journalist aus Berlin