Baltische Firmen auf ILA 2016 in Berlin

Insgesamt  1.017 Aussteller aus 37 Ländern haben sich vom 1. bis 4. Juni auf der Luftfahrtmesse ILA Berlin Air Show 2016 präsentiert. Darunter auch je ein Unternehmen aus Estland und Lettland. Größter Aussteller auf dem 250.000 Quadratmeter großen Gelände war die Deutsche Bundeswehr.

Veranstalter der Internationalen Luftfahrtausstellung am Rand des künftigen Großflughafens Berlin-Brandenburg ist der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V. (BDLI) sowie die Messe Berlin GmbH. Eröffnet wurde die ILA 2016 vom Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Er nannte die Branche die „Speerspitze der Zukunftstechnologie“. Ihre globale Bedeutung wirke sich „weit über die klassische Industrie hinaus bis hin zum Handwerk“ aus, so Gabriel. Neben der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und dem Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt  statten auch hochrangige Delegationen aus Deutschland sowie der ganzen Welt der ILA einen Besuch ab.  Auf Wunsch der Aussteller wurde die Leistungsschau gegenüber dem letzten Mal von sechs auf vier Tage verkürzt. Dennoch kamen nach Angaben der Veranstalter 150.000 Fach- und Privatbesucher auf das Messegelände am Flughafen Schönefeld.

Jumbos, Kampfjets, Helikopter, Doppeldecker, Drohnen und was sonst noch fliegen kann, füllten die Flugshows  am Himmel. Zu den Höhepunkten der  Flugschau gehörten das neue Flaggschiff von Airbus, der A350XWB und  der mit neuen, umweltfreundlicheren Triebwerken ausgestattete A320 neo. Lautstark aber auch kunstvoll waren die  Flüge eines Eurofighter der Luftwaffe sowie die einer Mig-29 der polnischen Luftstreitkräfte. Ein besonderer Leckerbissen ist die seit Jahren zur ILA kommende  Schweizer Nationalstaffel „Patrouille Suisse“. Ihre Showflüge begeistern immer wieder die Menge der Zuschauer.

Neben den Flugschauen und Flugzeugbesichtigungen gab es auch Fachkongresse sowie Konferenzen, Seminare und Workshops.  Digitalisierung und 3D-Druck, Industrie 4.0 und Ökoeffizienz waren nur einige der Konferenzschwerpunkte. In den Hallen zeigten die Unternehmen ihre innovativen High Tech-Produkte und Technologien. Die Zulieferindustrie ist ein wichtiger Bestandteil der Messe. Zu den kleinen Zulieferern gehört auch das Startup Unternehmen Velmenni aus Tartu in Estland.  Ihr Spezialgebiet  ist unter anderem eine neue Generation  von Smart- LED-Lampen, die Daten durch sichtbares Licht übertragen können. Aus Jelgava in Lettland kommend, bot die UVA Factory Ltd. Europe ihre flächen- sowie rotorgestützten Drohnen an. Diese können sowohl für den zivilen als auch für den militärischen Bereich genutzt werden.

Zu den Großen auf der Messe gehörten unter anderem die Flugzeughersteller Airbus und Boeing. Letzterer  feierte auf der ILA 2016 sein 100-jähriges Jubiläum. Die Flugzeugfabrik, die der Sohn des deutschen Einwanderers Wilhelm Böing 1816 im US-Staat Washington gründete, ist heute der größte Luft- und Raumfahrtkonzern der Welt. „Unsere Airlinekunden in Deutschland, die oftmals Erstkunden neuer Boeing-Modelle waren, sowie unsere deutschen Zulieferer haben wesentlichen Anteil an diesem Erfolg“, sagt Matthew W. Ganz, President Boeing Germany & Northern Europe und Vice President European Technology Strategy. Zahlreiche Aussteller waren auf der ILA mit Boeing-Produkten vertreten.

Insgesamt  gaben die Aussteller dem Veranstalter ein positives Feedback.  Auch den Besuchern hat es gefallen. Messechef Christian Göke sprach von „einem begeisterten Publikum“. Die nächste ILA findet in zwei Jahren statt.

Thomas Marschner
Freier Journalist aus Berlin