Antideutsche Ressentiments funktionieren immer

Sudetendeutsche - Archivbild
Sudetendeutsche – Archivbild

Zum Sieg des früheren linken Premiers Miloš Zeman über den konservativen Außenminister Karel Schwarzenberg in Tschechien hat wesentlich der amtierende Präsident Václav Klaus beigetragen, konstatiert die konservative Tageszeitung Lidové noviny. Denn der habe Schwarzenbergs Kritik an den Beneš-Dekreten populistisch ausgeschlachtet: „Klaus kennt seine Pappenheimer und weiß, was sich in Tschechien auszahlt. Misstrauen gegenüber Ausländern, und besonders die Antipathie gegenüber Deutschen, funktionieren so sicher wie der Nerv in einem löchrigen Zahn. Das Schreckgespenst Beneš-Dekrete, die Verbindung eines nicht existierenden sudetendeutschen Problems womit auch immer, mit dem Präsidentenamt oder dem Lissabon-Vertrag, entfalteten ihre Wirkung. Freilich, nach der Schlacht ist jeder General. Das Team von Karel Schwarzenberg hätte die Gefahr ahnen müssen. Es hätte ihm davon abraten müssen, in einer Debatte zu sagen, dass Beneš aus heutiger Sicht vor das Tribunal in Den Haag gehören würde. Vielleicht wäre die Wahl trotzdem ähnlich ausgegangen, aber dann nicht mit so einem deutlichen Vorsprung für Zeman.“

Quelle: http://www.eurotopics.net vom 28. Januar 2013

Als Beneš-Dekrete werden im deutschsprachigen Raum jene 143 Dekrete des Präsidenten der Republik bezeichnet, die von der tschechoslowakischen Exilregierung in London und der Nachkriegsregierung in Prag während und in Folge des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Besetzung des Landes bis zur Ernennung der vorläufigen Nationalversammlung am 21. Oktober 1945 erlassen und von der provisorischen tschechoslowakischen Nationalversammlung am 28. März 1946 gebilligt wurden.
Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion
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