Basketball: Litauen bringt Silber und Respekt mit nach Hause

Litauen wird bis nächstes Jahr warten müssen um wieder um das Gold spielen zu können. Litauen wird auf jeden Fall eine zweite Chance dafür bekommen, da es sich durch seine hervorragende Leistung in diesem Turnier automatisch für die Basketball–Weltmeisterschaft 2014 in Spanien und für die Basketball-Europameisterschaft 2015 in der Ukraine qualifiziert hat. Litauens Team gehört auf jeden Fall auf den Podest – wie es auch Belgiens Trainer Eddy Casteels vorhersagte. Definitiv gibt es schlimmere Sachen, als eine Silbermedaille mit nach Hause zu bringen. 

Foto: delfi.lv
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In diesem Spiel setzte sich das französische NBA-Trio – Tony Parker, Nick Batum und Boris Diaw – entsprechend durch und besiegte die Litauer mit 80:66. Fast 50 % der Würfe der Franzosen kam von jenseits der Dreipunktelinie, und sie bezwangen die Litauer mit einer überraschenden Bilanz von 42:25 Rebounds. Als Kleiza auf der Bank saß, nachdem er mit einem starken Start Litauen die 29-27-Führung verschafft hatte, zogen Nick Batum und die Franzosen mit einem 21-3-Lauf am Ende der ersten Hälfte davon. Trotz der kämpferischen Leistung, schaffte es Litauens Offensive nicht, mit den Attacken der Franzosen Schritt zu halten. Mantas Kalnietis übernahm es, wieder mehr werfender Verteidiger, als Aufbauspieler zu sein. Er selbst punktete achtmal und kam auf 18 Punkte und 2 kärgliche Assists, von denen seine Mannschaft leider nicht allzu viele gab.

Litauen hat aber keinen Grund, beschämt den Kopf hängen zu lassen. Die Mannschaft hat hart gekämpft und massiv an Respekt gewonnen, was für ein Land, das in den Stürmen der Geschichte hin und her gerissen wurde, von großer Bedeutung ist. Ihr Spiel war diesmal außergewöhnlich gut und gab einen flüchtigen Einblick in die glänzende Zukunft des Basketballspielens.

Kazlauskas machte einen guten Job als Trainer, er verhalf seiner Mannschaft zur Silbermedaille. Sein einziger Fehler war vielleicht die Tatsache, dass er einige Spieler zu knapp spielen ließ anstatt sie frei in den Kampf zu lassen. Obwohl die Lavrinovič-Brüder eisern für ihr Land spielten und geschätzte Spieler sind, sind sie doch beim besten Willen langsam zu alt für die Startaufstellung. Das gilt auch für Robertas Javtokas. Diese „alten” Spieler waren im Finale gegen Frankreich großenteils nicht effektiv. Litauens Zukunft liegt in dem talentierten jungen NBA-Duo Jonas Valančiūnas und Donatas Motiejūnas. Im Endspiel punktete aber keiner der Beiden, was auch daran lag, dass sie sich nur eine kurze Spielzeit von 15 Minuten teilten. Nächstes Jahr in Spanien müssen VIEL mehr Spieler im litauischen Team Punkte erzielen. Linas Kleiza und Mantas Kalnietis werden ohne Zweifel den Rest der Punkte bringen − in anderen und auch in diesem Spiel bewiesen sie, dass sie werfen und treffen, wenn es darauf ankommt. Die Beiden erzielten im Finale zusammen fast 40 von Litauens insgesamt 66 Punkten.

Anstatt in Depressionen zu versinken sollten sich die litauischen Fans daran erinnern wie vielversprechend ihre Basketball-Zukunft ist. Ihr Junior-U20-Team holte bereits 5 Goldmedallien in internationalen Wettkämpfen. Schon sehr bald werden sich junge Spieler wie Vytenis Čižauskas, Edgaras Ulanovas, Tomas Dimsa und Domantas Sabonis dem Silbermedallien-Team anschließen und es weiter stärken. Ähnlich wie Argentiniens „Golden Generation” mit Delfino, Scola und Ginobli, die den USA 2004 das Gold wegschnappte, ist auch Litauen – mit Erinnerungen an seine Bronze-medaillen-Teams der ’90-er – an der Spitze einer eigenen solchen goldenen Mannschaft. Die Tatsache, dass Litauen zwei goldene Generationen so nahe beieinander hat, ist der Beweis dafür, dass sich das Land der Förderung von heranwachsenden jungen Spielern gewidmet hat. Arvydas Sabonis and Šarūnas Marčiuolonis – Basketballstars aus den ’90-ern – haben sich selbst dafür engagiert, Elite-Basketballakademien mit diesem bestimmten Ziel ins Leben zu rufen. Diese Hingebung hat sich für Litauen schon ausgezahlt – auf der FIBA-Weltrangliste hat es sich – mit steigender Tendenz – um einen Platz, nämlich von Platz 5 auf Platz 4 verbessert.

Ein Land mit nur 3 Millionen Einwohnern holte sich insgesamt 10 Basketball-Medaillen, davon 8 in den kurzen 22 Jahren seit seiner wieder errungenen Unabhängigkeit. Ein fantastisches Ergebnis! Diese Männer haben eine große Ehrung verdient! Wie es auch im nationalen Basketball-Lied „Trys Milijonai” heißt: „Quälen wir uns nicht wegen (verlorene) Medaillen, es zählt, bis zum Ende für unsere Ehre zu kämpfen. Schließlich sind wir nur 3 Millionen in der Welt.”

Foto: delfi.lv

Autor: Neal Maloney | Übersetzung:  Csilla Malomvölgyi
Original Beitrag in Englisch: http://baltic-review.com/2013/09/basketball-lithuania-brings-home-the-silver-and-the-respect/

 

 

 

 

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