Die Experten bewerten die Abschreckungs- und Verteidigungskapazitäten der NATO in Estland, Lettland und Litauen als mangelhaft.

Im Falle eines russischen Angriffs müssten sich die leichteren stationierten Einheiten und die nationalen Streitkräfte der massiven Militärmacht Russlands in den Weg stellen, berichtet die Kronen Zeitung

“Wir werden unsere NATO-Verbündeten verteidigen, und das heißt jeden Allianzpartner. Wir werden für Estland, für Lettland und für Litauen da sein. Ihr habt eure Unabhängigkeit bereits einmal verloren. Mit der NATO werdet ihr diese nie wieder verlieren.” – US-Präsident Barack Obama hatte 2014 in einer Rede in der estnischen Hauptstadt Tallinn zehn Jahre nach der sogenannten Osterweiterung der Militärallianz die Position des Bündnisses klar betont.

Dieses Versprechen könnte aber im militärischen Notfall gar nicht eingelöst werden, wie eine zwischen Sommer 2014 und Frühjahr 2015 durchgeführte Kriegssimulation beinhart aufdeckt.

Simulation: “Team Rot” gewann immer

Ausgangspunkt der Kriegssimulation war, dass Russland nach anfänglichen Drohungen innerhalb einer Vorlaufzeit von einer Woche mit den Kriegshandlungen beginnt. Diese Vorlaufzeit erlaubte es zwar NATO-Verbündeten, Truppen zur Unterstützung der drei Staaten zu verlegen. Dennoch reichte es bei keinem Versuch, das “Team Rot” (Russland), entscheidend aufzuhalten. In maximal 60 Stunden waren die roten Figuren auf der Landkarte vor den Toren Rigas und Tallinns.

Zur Errechnung des Vorankommens der Russen wurden Faktoren wie durch die Landschaft bedingte Hindernisse, Verkehrswege und die Stärke bzw. Reaktionsfähigkeit der stationierten Infanterie, Artillerie und Luftunterstützung einberechnet. Durch das leicht überwindbare Terrain hatte “Team Rot” bei der Überwindung der 200 Kilometer Entfernung von der estnischen Grenze bis zur Hauptstadt bzw. der 275 Kilometer von der lettischen Grenze bis zur Hauptstadt keine längeren Verzögerungen zu verzeichnen. Am Ende ergab eine Zusammenschau aller Faktoren, dass die russischen Truppen zwischen 36 und 60 Stunden für ihren “Sieg” benötigten.

Mehr in der Kronen Zeitung lesen: Russen könnten Baltikum in 60 Stunden erobern

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