Die Skeptiker widerlegt: Die Katholische Informationsagentur (KAI) ist heute eine feste Größe in Polen

Vor 20 Jahren gründeten fünf Journalisten in Polen, begleitet von vielen Zweifeln, die katholische Nachrichtenagentur KAI

KAI_logo.jpgDie Agentur werde trotz Unterstützung durch die Bischofskonferenz nicht lange überleben, hieß es. Selbst Optimisten glaubten, sie werde nur zwei Jahre bestehen. Doch es kam anders. Die Katolicka Agencja Informacyjna (KAI, Katholische Informationsagentur) ist heute eine feste Größe in Polen.

Aktuell versorgt die KAI nach eigenen Angaben 69 Redaktionen von Print- und Online-Medien sowie TV- und Radiosender mit Nachrichten aus der katholischen Kirche und Berichten von religiösen und gesellschaftlichen Entwicklungen auf der ganzen Welt. Der neue Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki von Poznan (Posen), dankte den inzwischen 20 KAI-Mitarbeitern vor einigen Tagen bei einem Gottesdienst zum Jubiläum für die „Evangelisierungstätigkeit durch Informationen“. Auch den weltlichen Medien bringe die Presseagentur die Kirche näher und erkläre sie. All das sei „enorm aufwendig“, so Gadecki. Alle anfänglichen Zweifel über den Sinn und die Arbeitsweise der KAI seien längst verflogen.

 

Bis zu 50 Meldungen am Tag

Täglich verbreitet die KAI 40 bis 50 Meldungen an ihre Abonnenten. Damit gehört sie nach eigener Darstellung neben der KNA und der österreichischen „Kathpress“ zu den drei größten katholischen Agenturen Europas. Die KAI tritt nicht nur als Nachrichtenlieferant für Redaktionen auf, sondern gibt selbst das Wochenblatt „Wiadomosci KAI“ heraus, das rund 20.000 Menschen, vor allem Priester, lesen. Zudem brachte sie allein 2013 gemeinsam mit einem Krakauer Verlag vier Bücher heraus. Ein viel beachtetes Buch der Agentur aus dem Jahr 2012 räumt etwa mit negativen Stereotypen über die Kirche in Polen auf.

Polens Bischöfe beklagen seit einigen Jahren eine antiklerikale Stimmungsmache vor allem in Nachrichtenmagazinen wie „Newsweek Polska“ sowie in der auflagenstärksten Tageszeitung „Fakt“. Die Kirche habe es „heute schwerer im öffentlichen Raum Polens als vor fünf oder zehn Jahren“, schreibt die KAI in einer Broschüre zu ihrem 20-jährigen Bestehen. Der „ehrliche und faire Journalismus“ nehme ab. Die Folge sei, dass „die Kirche Gegenstand zahlreicher negativer Kampagnen ist“. Die KAI leitet davon auch ihre Bedeutung für die Kirche ab. Gäbe es sie nicht, und würde sie den Medien nicht seriöse Nachrichten liefern, stünde die Kirche in der polnischen Öffentlichkeit schlechter da, argumentiert sie.

 

Keine Angaben zum Etat

Angaben zu ihrem Budget macht die KAI nicht. Im Zuge der Krise des Medienmarktes seien die Preise für die Kunden gefallen, heißt es lediglich. Geschäftsführer und Chefredakteur der KAI ist seit dem Start Ende 1993 Marcin Przeciszewski (55), der vorher Chefredakteur einer katholischen Vierteljahreszeitschrift war. Sein Ansehen ist so groß, dass er in TV- und Radiosendungen oft nach seiner Meinung zu Kirchenthemen befragt wird. Auch die große polnische Nachrichtenagentur PAP hat Przeciszewski bereits um einen Kommentar gebeten.

 

ast

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH

Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion

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