Eisenbahnfährlinie Sassnitz – Klaipeda wird eingestellt

Die Reederei DFDS Seaways und die Baltic Port RailMukran werden zu Ende September dieses Jahres die Eisenbahnfährverbindung Sassnitz – Klaipeda (Litauen) aus wirtschaftlichen Gründen einstellen

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Sassnitz/Mukran, 31. August 2013.  Für den Eisenbahngüterumschlag am Fährhafen Sassnitz hat das keine gravierenden Auswirkungen, da Eisenbahnladungen bereits in den vergangenen Monaten verstärkt über die Verbindung Sassnitz – Ust-Luga bei St. Petersburg (Russland) abgewickelt worden sind. Wegen dieser positiven Marktentwicklung stellt die Reederei BFI noch für Herbst 2013 ein weiteres Eisenbahnfährschiff zur Verbesserung der Frequenz in Aussicht. Auch soll die Anbindung an den Hafen Baltisk im Kaliningrader Gebiet weiterentwickelt werden.

Bild-2Die traditionsreiche Eisenbahnfährverbindung zwischen Sassnitz und Klaipeda wurde 1986 eingerichtet und wird seit 2001 durch die Reederei DFDS betrieben und nun nach mehr als einem Vierteljahrhundert eingestellt. Durch zunehmende Direktverkehre nach Russland und in die GUS-Staaten via UstLuga kann dies aufgefangen werden.

Harm Sievers, Geschäftsführer der Fährhafen Sassnitz GmbH, bedauert in diesem Zusammenhang maßgeblich sehr den Rückzug der Litauischen Bahn aus dieser Eisenbahnfährverbindung. Allerdings gebe es auch einen wichtigen positiven Aspekt: „Dadurch wird die Nachfrage nach unseren, durch die RZD ( RussianRailways) betriebenen Verbindungen in Richtung Russland und GUS-Staaten automatisch steigen.“

Die Fährhafen Sassnitz GmbH freut sich gleichzeitig auf eine weitere Kooperation mit der DFDS Seaways auf den bestehenden RoRo Routen zwischen UstLuga – Sassnitz und Sassnitz – Kopenhagen, welche weiter ausgebaut werden sollen. Zudem gibt es Bestrebungen durch die Fährhafen Sassnitz GmbH kurzfristig eine RoRo Verbindung von Sassnitz nach Klaipeda zu starten.

Das Ende der Verbindung Sassnitz – Klaipeda dürfte sich vor allem negativ auf den Logistikstandort Litauen auswirken. Zum einen wird seine Bedeutung als Drehschreibe zwischen Ost und West deutlich sinken, zum anderen muss die Litauische Bahn mit einem erheblichen Auftragsrückgang insbesondere bei Transitverkehren rechnen. Derzeit hat Litauen die Präsidentschaft in der Europäischen Union inne.

 

von Felix Zimmermann

Über die Fährhafen Sassnitz GmbH

Der Fährhafen Sassnitz ist der einzige Hafenstandort Westeuropas mit Gleis- und Umschlagsanlagen für Eisenbahnwaggons der russischen Breitspur und wird daher häufig als westlichster Cargo-Bahnhof der Transsibirischen Eisenbahn bezeichnet. Dieses Alleinstellungsmerkmal des Fährhafens gestattet den Umschlag und die Verpackung von Gütern nach und aus den GU-Staaten sowie dem Baltikum und Finnland. Zum Einzugsgebiet gehören Kunden mit Warenströmen aus Mittel- und Südosteuropa, die dank der günstigen seegeographischen Lage die regelmäßigen Fährverbindungen nach Schweden (Trelleborg), Litauen (Klaipeda/Memel), Russland (St. Petersburg, Ust-Luga) sowie Dänemark (Rønne) in Anspruch nehmen.

Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion

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