Erste Homo-Parade in der Ukraine

Gesellschaft 2013. Ukraine Kiew Homo-Parade Historischer Tag in der Ukraine: Schwulen und Lesben haben in Kiew ihre erste Homo-Aufmarsch abgehalten. Etwa hundert Aktivisten versammelten sich außerhalb des Stadtzentrums, sie drugen Regenbogenflaggen und Transparenten „Homosexualität ist keine Krankheit“. Unterstützt wurden die Gleichgeschlechtliche von Delegationen aus Deutschland, aus den Niederlanden, Dänemark und Norwegen.

Hunderte Polizisten waren im Einsatz, unter anderem um die etwa 500 Gegendemonstranten auf Abstand zu halten. Vor allem versuchten Aktivisten mit religiösen Hintergrund Parade aufzuhalten. Einige Gegendemonstranten wurden festgenommen.

Homo-Parade in KiewNach Angaben der Veranstalter des Aufzugs sind ein bis zwei Millionen der 45 Millionen Einwohner der Ukraine homosexuell. In der ehemaligen Sowjetrepublik hat die orthodoxe Kirche großen Einfluss, Homophobie ist deswegen weit verbreitet. Während der Sowjetzeit wurde Homosexualität kriminalisiert.

Hintergrund für den sogenannten Gleichheitsmarsch in Kiew ist ein Gesetzentwurf zur „Schwulenpropaganda“, über den das ukrainische Parlament derzeit berät. Demzufolge sollen denjenigen, die für Homosexualität werben, bis zu sechs Jahre Haft drohen. Andere Abgeordnete streben dagegen ein Antidiskriminierungsgesetz an, das nach EU-Vorbild auch Lesben und Schwule vor Benachteiligungen schützen soll.

 

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