Fünf Orte, an denen 2018 die Apokalypse beginnen könnte

Fünf Orte, an denen 2018 die Apokalypse beginnen könnte

Zahlreiche Experten und auch Politiker kommen darin überein, dass die Gefahr eines atomaren Infernos auf der Erde in den letzten Jahren eindeutig gestiegen ist.
Laut Isak Svensson, Professor der Universität Uppsala in Schweden, gibt es im Moment eindeutig eine erhöhte Gefahr für einen atomaren Konflikt.
Zwar würden im Moment noch drei Hauptfaktoren bestehen, die diesen verhindern würden, jedoch führe vor allem die Politik der US-Administration unter Donald Trump zur Zersetzung dieser friedenssichernden Mechanismen.

 

1. Faktor: Internationale Organisationen

„Eines der Ziele der Uno, der OSCE, der EU und ähnlicher Organisationen ist es, die Wahrscheinlichkeit der Entstehung eines militärischen Konfliktes zu reduzieren“, beginnt der Professor die Aufzählung. Allerdings versuche Trump konsequent die internationale Zusammenarbeit zu sabotieren, was zur Schwächung dieser Institutionen führe.

2. Faktor: Internationaler Handel

Zwischenstaatlicher Handel sei ebenfalls immer ein wirksamer Mechanismus der Kriegsprävention gewesen, so der Professor weiter.

Allerdings habe Trump auch hier angekündigt, den freien Handel einzuschränken und protektionistische Maßnahmen einzuleiten, weil China seiner Meinung nach die amerikanische Wirtschaft „vergewaltigt“.

3. Faktor: Demokratie

Noch nie haben laut dem Professor zwei vollkommen demokratische Staaten gegeneinander Krieg geführt. Allerdings bedrohe eine Welle von Nationalismus nun auch demokratische Institutionen, was in zahlreichen Staaten zu sehen sei. Dies betreffe sowohl die USA als auch einige EU-Staaten wie etwa Polen und Ungarn.

Wachsender Nationalismus sei insgesamt eine Gefahr für alle drei Friedensmechanismen. Gerade weil er nicht nur in „peripheren Staaten“, sondern auch unter Hauptakteuren der internationalen Politik anwachse, könne er die Gefahr eines internationalen Großkonfliktes erheblich erhöhen.

„Im Großen und Ganzen sind zwischenstaatliche Konflikte ungewöhnlich und kommen mit der Zeit immer seltener vor. Wenn aber, dann werden sich die Ereignisse sehr intensiv abspielen“, unterstreicht der Friedensforscher.

Nun können laut der Zeitung „Aftonbladet“ eindeutig mehrere Gefahrenregionen erkannt werden, von welchen die reale Gefahr eines atomaren Krieges ausgehe.

Nordkorea

Involvierte Akteure: Nordkorea, USA, Japan, China


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Sputnik/ Ilja Pitalew

Nordkoreanische Raketen (Symbolbild)

Nordkorea entwickelt unter Hochdruck sein Atom- und Raketenprogramm. Die neusten nordkoreanischen ballistischen Raketen könnten bereits die USA erreichen.

Die Staatsoberhäupter der USA und Nordkoreas, Donald Trump und Kim Jong-un, haben bereits mehrfach die gegenseitige Auslöschung angedroht. Trump erklärte etwa, er werde Nordkorea mit „Wut und Feuer“ treffen.
Dieses „Konfliktpaar“ würde schnell zu einem Regionalbrand anwachsen, da die USA mit Südkorea und Japan verbündet seien, während Nordkorea seinerseits mit China einen Militärbeistandsvertrag habe.
„In der kurzfristigen Perspektive ist die koreanische Halbinsel die größte Problemzone“, sagt Niklas Swanström, Leiter des schwedischen Instituts für Sicherheitspolitik und Entwicklung.

Isak Svensson teilt seine Meinung und bestätigt, dass solch ein Konflikt auf der koreanischen Halbinsel nicht ausgeschlossen werden könne.

„Alle sind in voller Anspannung, verschiedene Manöver und Demonstrationen der Macht werden durchgeführt und es besteht die große Gefahr, dass etwas schief läuft“, so Svensson.

Das Verhalten der Akteure könne einen gefährlichen Eskalationsvorgang starten, selbst wenn es eigentlich von keiner der Partei gewollt sei. Niemand habe ein Interesse an einem realen Krieg, aber die reale Gefahr bestehe trotzdem, erklärt der Professor.

Südchinesisches Meer

Involvierte Akteure: USA, China, Taiwan, Vietnam, Philippinen, Malaysia, Brunei


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AP Photo/ Ritchie B. Tongo

Südchinesisches Meer

Laut Svensson ist das zwar nicht der wahrscheinlichste, dafür aber vermutlich der gefährlichste Brandherd, was sich allein an der Zahl der Akteure sehen lässt.

„Dort gibt es ein ungemein großes militärisches Potential. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert, ist nicht so groß, aber wenn es passiert, werden die Konsequenzen katastrophal sein. Dort gibt es Atomwaffen und zwischen verschiedenen Staaten bestehen Allianzen, sodass sie sich gegenseitig in verschiedenste Komplikationen hineinziehen können“, erklärt der Professor.

Auf den ersten Blick gehe es lediglich um Hundert kleinerer Inseln, ein Teil derer von je einem der Anrainerstaaten kontrolliert werde.

Doch in Wirklichkeit spiele sich dort bereits jetzt ein geopolitisches Machtspiel zwischen China und den USA ab. Die Chinesen hätten etwa bereits im Jahr 2014 damit angefangen, ihre sieben Inseln für eine neue Infrastruktur zu ebnen und Militärbasen einzurichten. Damit fordere China (die angehende Weltmacht) die USA (die noch-Weltmacht) direkt heraus.

Die amerikanisch-chinesischen Beziehungen werden auch laut Niklas Granholm, wissenschaftlicher Mitarbeiter im schwedischen Forschungsinstitut für Verteidigung (FOI), das aktuelle Jahrhundert prägen.

„Im internationalen System findet eine Macht- und Ressourcenverschiebung statt. China wird relativ stärker, die Macht der USA dagegen schwächer. Gerade die Konflikte, die rund um diese Teilung der Macht entstehen werden, werden die wichtigsten sein“, betont seinerseits Granholm.

Dem stimmt auch Niklas Swanström zu.

„Die einzige Variante eines dritten Weltkrieges, die man sich vorstellen kann, schließt auf jeden Fall China und die USA ein“, sagt er.

Indien und Pakistan

Involvierte Akteure: Indien, Pakistan, USA, China, Russland


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AFP 2017/ Aamir Qureshi

Pakistanische Shaheen III

Die umstrittene Region Kaschmir an der Grenze zwischen Indien und Pakistan ist ein weiterer Brandherd, der in einem Atomkrieg enden könnte. Die Staaten hatten bereits mehrere Kriege um dieses Territorium geführt und die Positionen bleiben weiterhin klar verfeindet.

So erklärte im September 2016 der indische Innenminister Pakistan zu einem „Terrorstaat“, nachdem infolge eines Terroranschlages 18 indische Soldaten getötet worden waren. Alle Dementi der eigenen Einmischung in dem Terroranschlag von Seiten Pakistans haben damals nicht geholfen.

​Eine Verbesserung der Beziehungen sei überhaupt nicht in Sicht, erklärt Svensson in diesem Zusammenhang

„Man kann sich leicht eine ungewollte Eskalation bis hin zu einem Atomkrieg vorstellen, den eigentlich keiner braucht, aber der durch den Terrorismus provoziert werden könnte“, sagt auch Matthew Bunn, Experte für Atomwaffen vom Belfer Center for Science and International Affairs.

Gerade Pakistan habe sich mit kleineren taktischen Atomraketen ausgerüstet, zu derer Einsatz die Einsatzschwelle deutlich niedriger sei. Genau das könne sich aber schnell in einer Eskalationsspirale zu einem umfangreichen Atomkrieg entwickeln.
Dennoch, eine Ausweitung dieses Konfliktes auf andere Staaten sei wenig wahrscheinlich, so Swanström. Zwar hätte Pakistan enge Beziehungen zu China und Indien zu Russland, doch weder Moskau noch Peking würden einen globalen Konflikt wegen dieses indisch-pakistanischen Territorialstreits riskieren.

Indien – China

Involvierte Akteure: Indien, China, Pakistan


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AFP 2017/ Emmanuel Dunand

Russisch-indische Hyperschallrakete Brahmos (Archivbild)

Anfang September hat der indische Armeegeneral Bipin Rawat erklärt, sein Land müsse sich für einen Zweifrontenkrieg vorbereiten – gegen China und Pakistan.

Erst vor kurzem hat eine vermeintlich harmlose Situation fast zu einer Eskalation geführt. Chinesische Straßenarbeiter wollten eine Straße in einem umstrittenen Gebiet bauen. Beide Seiten schickten Soldaten zum Ort des Geschehens.

Zwar konnte der Vorfall beigelegt werden, jedoch zeigte das auch, wie leicht eine eigentlich triviale Situation zu einer Eskalation führen könnte.

„Wir müssen vorbereitet sein. Im Kontext unserer Situation ist ein Krieg durchaus möglich“, sagte hierzu der indische General.

Die Staaten seien jedoch wirtschaftlich nun relativ eng verbunden und seien an einem Konflikt kaum interessiert. Der Territorialkonflikt sei zwar eine Gefahr für den Frieden, doch ein Krieg werde für beiden Seiten zu zerstörerischen Konsequenzen führen, betont Svensson.

Viel eher seien in diesem Zusammenhang „begrenzte“ militärische Konflikte möglich, stimmt dem auch Swanström zu.

Baltische Staaten

Involvierte Akteure: Russland, Estland, Lettland, Litauen, Nato


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AP Photo/ Czarek Sokolowski

Nato im Baltikum (Archivbild)

Schließlich gibt es laut dem FOI-Experten Niklas Granholm auch ein klares Spannungsfeld in Europa – die baltischen Staaten.

Russland habe neue außenpolitische Ambitionen für sich definiert und sei bereit, auch militärische Mittel einzusetzen, um eigene Interessen durchzusetzen. Dies sei absolut an der Ukraine-Krise und der Krim-Frage zu sehen, so Granholm.

„Die baltische Region ist wieder an der Konfrontationslinie zwischen dem Osten und dem Westen, was noch vor wenigen Jahren als absolut unglaubwürdig schien“, erklärt der Sicherheitsexperte.

Die Ursache für den Ausbruch des Konfliktes könnte die russische Minderheit in den drei baltischen Staaten werden, glaubt in diesem Zusammenhang Svensson.
Russland sei bereit, die russischsprachigen Minderheiten in anderen Ländern zu beschützen, was angeblich am Ukraine-Konflikt deutlich geworden sei.
Sollte Russland im Baltikum eine Bedrohung der russischen Minderheit entdecken oder sich eine innenpolitische Krise in diesen Ländern auslösen, könnte Moskau nach seiner Meinung eine Intervention starten.

„Dieses Szenario kann man sich durchaus vorstellen. Es ist zwar unwahrscheinlich für den heutigen Tag, aber in der Perspektive möglich“, meint der Schwede abschließend.

Eine Reaktion der Nato auf dieses Vorgehen würde schließlich zu einem Flächenbrand nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt führen.

 

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Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion
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