In Berlin wird an die tragische Geschichte Litauens gedacht

Foto aus der Ausstellung „Chronik der Gewalt: Litauen 1939-1941
Foto aus der Ausstellung „Chronik der Gewalt: Litauen 1939-1941

Im Stasimuseum Berlin wird am 13. Juni 2013 anlässlich des 72. Jahrestages der Vertreibungen der litauischen Zivilbevölkerung die Ausstellung „Chronik der Gewalt: Litauen 1939-1941“ eröffnet. Im Mittelpunk der Ausstellung stehen die sowjetischen Verbrechen vor dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht ins Baltikum Ende Juni 1941.

Zehntausende Litauer wurden zwischen 1939 und 1941 zur Zwangsarbeit nach Sibirien verschleppt, fast jeder Zweite kam dabei zu Tode. Diese Verbrechen gegen die
litauische Zivilbevölkerung wurden nach Kriegsende kaum erwähnt und bekamen nur wenig Aufmerksamkeit in Deutschland. Um das Wissen darüber einem breiteren Publikum zugänglich zu machen wird im weltweit bekannten Stasimuseum Berlin – in ehemaligen Räumen der ostdeutschen Staatssicherheit – auf Initiative der Kulturattachee der Botschaft der Republik Litauen – ein Eröffnungsabend veranstaltet, an dem die tragischen Ereignisse des letzten Jahrhunderts erinnert werden sollen.

Die Vernissage durch ihr Erscheinen bereichern wird der Botschafter der Republik Litauen in der Bundesrepublik Deutschland Deividas Matulionis, der Geschäftsführer des Genozid-Museums Litauens Eugenijus Peikštenis, der Geschäftsführer der Stasimuseum Berlin Jörg Drieselmann sowie weitere renommierte Gäste.

Zur Ausstellungseröffnung wird die Übersetzerin Vytenė Saunoriūtė-Muschick aus dem wichtigsten Werk der litauischen Verbannungsliteratur vorlesen – aus den Erinnerungen von Dalia Grinkevičiūtė „Litauer an der Laptevsee“.

„Mit ihrem fesselnden Text hat Dalia Grinkevičiūtė ein schriftliches Denkmal für Tausende von Vertriebenen geschaffen. Ihr authentisches Zeugnis wird in unsere gemeinsame europäische Erinnerung eingeschrieben bleiben – wie eine Erinnerung daran, was nicht nochmal passieren darf“ – mit diesen Worten stellt die Übersetzerin das Buch in Deutschland vor.

Die deutsche Ausgabe der Ausstellung wurde vom Europäischen Litauischen Kulturzentrum ELKC in Zusammenarbeit mit Vytenė Saunoriūtė-Muschick erstellt. Die finanzielle Unterstützung wurde gewährt durch den Honorarkonsul der Republik Litauen in Düsseldorf Jürgen Gramke, den deutschen technischen Überwachungsverein für Sicherheit, Prüfung und Zertifizierung TÜV sowie durch die Deutsch-Litauische Gesellschaft.

Die ursprüngliche Vorbereitung dieser historischen Wanderausstellung ist dem Genozid- und Rezistenzzentrum in Vilnius zu verdanken. Sie wurde bereits im Kreistag von Steinfurt, im Landtag von Sachsen-Anhalt in Erfurt und im deutsch-litauischen Gymnasium in Hüttenfeld gezeigt.

 

 

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