In Churchills Fußstapfen: Angelsachsen wollen Moskau mit eisernem Vorhang abschirmen

In Churchills Fußstapfen: Angelsachsen wollen Moskau mit eisernem Vorhang abschirmen

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Großbritannien ist bekanntlich der wichtigste Partner der USA in Europa. Die beiden Länder sind kulturell und geschichtlich eng miteinander verflochten – letztendlich war es die britische Krone, die die Unabhängigkeit der USA akzeptiert hatte. Dabei standen gerade angelsächsische Kolonisten an der Wiege der modernen US-amerikanische Gesellschaft.

In einem am Freitag im russischen Internetportal rueconomics.ru abgedruckten Beitrag heißt es ferner, dass Washington nach dem Zweiten Weltkrieg London als sein „trojanisches Pferd“ auf dem alten Kontinent nutzt. Es sei nur daran erinnert, dass die USA Großbritannien eine Teilnahme an allen europäischen Strukturen aufgezwungen haben.

Der neue britische Verteidigungsminister Gavin Williamson hatte beim jüngsten Treffen mit Pentagon-Chef James Mattis Besorgnis über die „zunehmende Anmaßung Russlands“ geäußert. Wichtig ist dabei, dass Williamson den USA die weitere Unterstützung beim Ausbau der militärischen Präsenz der NATO in den baltischen Ländern und in Polen zugesichert hat. Der Ausdruck „zunehmende Anmaßung Russlands“ wurde zum gängigen Terminus der britischen Außenpolitik, der den Kurs Londons gegenüber Moskau weitgehend prägt.

Der Politologe Konstantin Blochin sagte dem Portal, dass es in Williamsons Erklärung nichts Ungewöhnliches gibt. „Großbritannien verfolgt den Kurs auf eine besondere Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten. Dabei dominiert dieser Kurs in der britischen Außenpolitik seit der berühmt-berüchtigten Fulton-Rede des damaligen Regierungschefs Winston Churchill aus dem Jahr 1946“, sagte Blochin.

In seiner Rede prägte Churchill den Begriff „eiserner Vorhang“ und äußerte die Unzufriedenheit der Angelsachsen mit einem Mangel an bürgerlichen Freiheiten in der Sowjetunion. Diese These dominiert auch heute noch in der gegen Russland gerichteten westlichen Propaganda.

„Gerade Churchill war es, der den Hauptkurs des Westens gegenüber Russland formuliert und die Aufgabe einer Abschreckung Moskaus gestellt hatte. Großbritannien sollte dabei eine führende Rolle spielen. Seither besteht eine enge zwischenstaatliche Partnerschaft zwischen Washington und London, was ein weiteres Mal vor Augen führt, dass der kollektive Westen von Angelsachsen dominiert wird“, betonte der Politologe.

Großbritannien als zementierender Teil dieser Allianz hat es den USA ermöglicht, die Lage in Europa im Laufe von mehr als 70 Jahren zu kontrollieren. Großbritannien spielt eine große Rolle in der NATO und dämmt somit Frankreich als ein alternatives Machtzentrum ein.

„Die nordatlantische Allianz basiert auf dem Bündnis Großbritanniens und der USA, wo angelsächsischen Verbindungen eine überaus große Rolle zukommt.“ Dabei erinnerte Blochin daran, dass US-Präsident Donald Trump von Anfang an gehofft hatte, einen unabhängigen Kurs gegenüber der NATO zu steuern, um die Staatsausgaben der USA für die kollektive Verteidigung zu senken und die Verbündeten zu bewegen, höhere Beiträge zu entrichten. Diese Hoffnungen verflogen aber, Trumps Bemühungen scheiterten.

„Jetzt hat sich die Position des US-Präsidenten zu dieser Frage ernsthaft geändert, und zwar infolge des massiven Drucks der Angelsachsen auf das Weiße Haus. Im Endeffekt konnte Trump die Kräftekonstellation in Europa nicht ändern und die Rüstungsausgaben der USA nicht senken.“

Blochin zufolge ist dieser Kurs Großbritanniens durchaus logisch, weil London historisch bedingt immer ein Störfaktor für Moskau war. „Das ist unser langjähriger geopolitischer Opponent. Dabei wurde die Rolle, die London im 18. und 19. Jahrhundert in den europäischen Beziehungen spielte, jetzt von den USA übernommen.“

„Das ist im Grunde die Richtlinie, die die Angelsachsen auf das übrige Europa einschließlich Deutschlands sowie neuer NATO-Länder wie Polen, Estland, Lettland und Litauen projizieren. Manche von Warschau und London abgegebene Erklärungen überschneiden sich oft und enthalten nicht selten sogar identische Redewendungen“, sagte der Experte.

Zum wichtigsten Moment für den kollektiven Westen seien die russisch-amerikanischen Beziehungen geworden, wo ein jeder Durchbruch der Administration von Präsident Trump die Stabilität des politischen Kurses dieses Bündnisses ernsthaft unterhöhlen könnte. Das sei ein Nervenkitzel sowohl für die US-Militärführung als auch für das offizielle London. Gerade daraus resultiere der andauernde Druck des kollektiven Westens auf Präsident Trump, sagte Blochin.

 

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