In Detmold wurde die Erinnerung an den litauischen Denker Vydūnas verewigt

Vydūnas - Skulptur in Detmold
Vydūnas – Skulptur in Detmold

In Detmold (Kreis Lippe) wurde das litauische Kulturerbe verewigt – am 10.-11. Mai war hier der 145. Geburtsjahrestag sowie der 60. Todestag des berühmten litauischen Denkers, Humanisten und Kulturmenschen Vydūnas (bürgerlich: Wilhelm Storost, lt.Vilius Storosta) begangen.

An den diesbezüglichen Veranstaltungen nahm die Delegation des litauischen Kulturvizeministers Dr. Romas Jarockis, die Vertreter des deutschen Auswärtigen Amts, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kreis Lippe, der Stadt Detmold sowie der lippischer Landeskirche teil.

Am 10. Mai wurde am Haus, in dem Vydūnas gelebt hat und gestorben ist, die Gedenktafel und die erste öffentliche Vydūnas-Skulptur eingeweiht.

Das Leben und Schaffen von Vydūnas ist sowohl mit Deutschland, als auch mit Litauen stark verbunden. In 1896–1913 hat der Denker an den Universitäten in Berlin, Greifswald, Halle und Leipzig studiert. Während des Ersten Weltkriegs hat er die litauische Sprache und Literatur am Seminar für Orientalische Sprachen in Berlin unterrichtet. Als Leiter der litauischen Sängergesellschaft in Tilsit trug Vydūnas nicht nur zur Stärkung der litauischen Identität in der ostpreußischen Diaspora, sondern auch zur Bereicherung des kulturellen Lebens im ganzen Land sowie zur Entwicklung und Stärkung der harmonischen deutsch-litauischen Kulturbeziehungen bei.

Vydūnas beteiligte sich an der Arbeit der deutschen Kultureinrichtungen, seine Publizistik und Essayistik wurde in der deutschen Presse veröffentlicht. Sein Werk „700 Jahre deutsch-litauischer Beziehungen“ (1932 in Tilsit veröffentlicht, 1982 in Chicago, 2001 in Vilnius) gilt bis heute als eine der wichtigen historiografischen Quellen, in denen die Vielschichtigkeit der deutsch-litauischen Beziehungen thematisiert wird.

Litauische Banknote mit Vydunas-Abbild
Litauische Banknote mit Vydunas-Abbild

In Detmold, dem Zentrum des Kreises Lippe, hat Vydūnas seine letzten sieben Lebensjahre verbracht (1946-1953) und wurde hier beigesetzt. Nach der Unabhängigkeitserklärung Litauens wurden seine irdischen Reste seinem Wunsch entsprechend dorthin transportiert.

Am 20. Januar dieses Jahres hat das litauische Institut für Literatur und Folklore zusammen mit der Vydūnas-Gesellschaft eine Konferenz organisiert, die seinen Beziehungen mit Deutschland und der deutschen Kultur gewidmet wurde.

Quelle: Botschaft der Republik Litauen in Berlin

Vydūnas – bürgerlich Wilhelm Storost, lit. Vilius Storosta; * 22. März 1868 in dem ostpreußischen Dorf Jonaten (lit. Jonaičiai) im Kreis Heydekrug (lit. Šilutė); † 20. Februar 1953 in Detmold – war ein preußisch-litauischer Lehrer, Dichter, Philosoph, Humanist und Theosoph. Vydūnas ist auf der derzeit aktuellen 200-Litas-Banknote abgebildet.
Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion

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