Lettland hat Investoren weit mehr zu bieten als die weiße Ostseestrände

Wilde Natur. Lettland im Winter
Wilde Natur. Lettland im Winter

Seit wenigen Tagen hat Lettland ein neues Kabinett. Das Saeima, das Parlament, bestätigte unter anderem den 55-jährigen Politiker der Partei der „Bauern und Grünen“, Māris Kučinski als neuen Preminierminister. Neue Wirtschaftsministerin ist Dana Reizniece-Ozola.

Lettland, die zweitkleinste der baltischen Republiken, hat Investoren weit mehr zu bieten als die Jugendstilfassaden Rigas, weiße Ostseestrände und unberührte Natur.

Der für dieses Jahr angekündigte Beitritt zur OECD sei ein Beleg dafür, dass Lettland höchste Standards in Wirtschaftsklima, Rechtssicherheit und Compliance erfülle, erklärt Helmuts Salnājs, Attaché der Botschaft der Republik Lettland in Berlin.

Langfristig wolle die Regierung die Wirtschaftsleistung pro Kopf auf den EU-Durchschnitt von rund 26.000 Euro anheben. Der Durchschnittsverbraucher, der in Lettland Jānis Bērziņš (Johannes Birke) heißt, erwirtschaftet bislang 12.040 Euro. 2015 wuchs die lettische Wirtschaft um 2,4 Prozent – lediglich ausgebremst durch die schwache Nachfrage aus Russland, dem hinter Litauen zweitwichtigsten Handelspartner

Daneben verfolgt das Land weiterhin auch die digitale Agenda, die es bereits während seiner EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2015 hatte – Aspekte wie ein europaweit einheitlicher Binnenmarkt sowie digitale Sicherheit seien auch für die deutsche Industrieziele „4.0“ eine wichtige Voraussetzung, sagte Botschafterin Elita Kuzma.

Wirtschaftspolitisch will Riga nun wieder in soziale Infrastrukturen wie Schulen und Krankenhäuser zu investieren – gerade in diesen Bereiche war in den Jahren nach der Finanzmarktkrise 2008 der Rotstift scharf gespitzt worden.

Als besonders zukunftsfähige Branchen gelten nach offiziellen Angaben vor allem die Holz- und Ernährungswirtschaft, Verkehr und Logistik sowie der Tourismus – jeweils unter dem Aspekt einer möglichst umweltverträglichen und zugleich digitalisierten Wirtschaftens.

Allein für das Politikfeld „Wettbewerb und Innovationen“ stehen Lettland – ergo den dort tätigen in- und ausländischen Unternehmen – bis 2020 rund 760 Millionen Euro an EU-Fördergeldern zur Verfügung. Investoren sind selbstverständlich herzlich willkommen. Ihnen steht über Gremien und Runde Tische ein direkter Kommunikationskanal zur Politik offen. Zudem wirbt das Land mit einfachen Steuergesetzen:

Das gesamte lettische Steuergesetz entspricht der Summe der jährlichen Änderungen im deutschen“, vergleicht Salnājs. Nach eigenen Angaben betreut die lettische Investitionsförderagentur LIAA derzeit rund 20 Investitionsprojekte im Land.

Quelle: OCW Wirtschaftsportal

 

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