Baltikum: Gemeinsame Anstrengungen zur Bewältigung von Umweltkatastrophen

Lettland und Litauen haben ein grenzüberschreitendes Rettungsteam und ein Frühwarnsystem eingerichtet, um potentielle Naturkatastrophen um das LielupeBecken besser bewältigen zu können.

Die Region gilt,weil große Mengen an chemischen und petrochemischen Produkten auf Straße und Schiene sowie über die Pipeline durch die Region transportiert werden, als Gebiet mit hohem Risiko.

Das Lielupe ECO-Projekt, das Unterstützung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhielt (Gesamtkosten: 1 150 511 EUR; EU-Beitrag: 977 934 EUR), hat sein Rettungsteam mit moderner Ausrüstung ausgestattet, damit es schnell reagieren kann, um Verschmutzungen infolge von Unfällen vorzubeugen und zu beseitigen. Das Team besteht aus Fachleuten aus den örtlichen Kommunen sowie aus Mitgliedern der Feuerwehren und Rettungsdienste der lettischen Stadt Mitau und der Grenzbezirke Schaulen und Ponewiesch. Alle Mitglieder des Teams erhalten zum Ausbau ihrer Zivilschutzkapazitäten regelmäßige Schulungen.

Das Frühwarnsystem des Projekts nutzt das Internet und mobile Textnachrichten, um für einen schnellen und effizienten Einsatz des Rettungsteams zu sorgen. Das Verfahren wurde erstmalig in Mitau, einer Stadt mit hohem Hochwasserrisiko, durchgeführt und daraufhin auch in anderen Städten in der Region eingeführt. Hilfskräfte und Gemeinden auf beiden Seiten der Grenze haben im Hinblick auf den Austausch von Informationen, Erfahrung und Fachwissen in erheblichem Maße von dem Projekt profitiert. Dies wiederum hat den Projektpartnern geholfen, ihre Reaktionsfähigkeit bei Naturkatastrophen zu verbessern.

Zudem konnten die Standards für das Risikomanagement in den Grenzregionen erheblich angehoben werden, nicht zuletzt deshalb, weil das gemeinsame Rettungsteam Zugang zu mehr Ressourcen hatte als früher, als sie unabhängig voneinander agierten.

Schnelle Reaktion Während der zweijährigen Laufzeit des Projekts wurden 75 Seminare zu verschiedensten Themen im Zusammenhang mit Naturkatastrophen und der Reaktion auf daraus resultierende Notfälle abgehalten. Im Rahmen dieser Veranstaltungen erhielten Studenten und Anwohner Informationen über das Projekt und lernten, wie sie sich im Katastrophenfall am besten verhalten sollten.

Insgesamt hat Lielupe ECO durch die Bereitstellung verbesserter Notfalldienste zur Erhöhung der Sicherheit und Lebensqualität der Anwohner beigetragen. In der Zukunft wird sich dies positiv auf die Förderung einer stärkeren und besser integrierten Grenzgemeinschaft auswirken.

Projektmanagerin Liene Rulle betont, das Projekt habe beiden Regionen den Austausch von Informationen ermöglicht, die auf anderem Wege nicht erhältlich oder zumindest schwierig zu sammeln gewesen wären. Die Verbesserung der Qualität und der Zugänglichkeit der Risikomanagement-Dienstleistungen wird ein weiteres wichtiges Erbe des Projekts sein.

Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion

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