Litauen für die Litauer: Durch das Baltikum marschieren Neonazis

Zum litauischen Unabhängigkeitstag in Kaunas sind Neonazis aufmarschiert, schreibt die die Nachrichtenagentur „Sputnik“ am Mittwoch

Die Teilnehmer des Marsches in Kaunas zeigten das Konterfei von Juozas Ambrazevicius-Brazaitis, der sich am 23. Juni 1941 zum provisorischen Regierungschef Litauens erklärte. Bereits vor der Ankunft der deutschen Truppen ließ er Vorbereitungen auf die Vernichtung der Juden beginnen.

Das Idol der jugendlichen Neonazis in Litauen legte den Grundstein für die massenhafte Vernichtung der 190.000 Juden in diesem Land.

„Ähnliche Märsche senden ein absolut falsches Signal. Litauen ist unabhängig. Doch es gibt das Signal – Litauen für die Litauer, weshalb sich die Minderheiten unwohl fühlen. Bei dem Marsch tragen die Menschen Bilder von Brazaitis, der das Dritte Reich unterstützte“, sagte Efraim Zuroff, Leiter des Simon Wiesenthal Centers (SWC) in Jerusalem.

In Estland, das Hitler während des Zweiten Weltkrieges als erstes Land über die völlige Vernichtung der Juden auf seinem Territorium benachrichtigte, läuft gerade eine Holocaust-Ausstellung. Dort sehen die Besucher die Karikaturen von Frauen, Alten und Kindern, die von Nazis getötet werden. Am 24. Februar findet in Tallinn der Marsch „Estland für die Esten“ statt.

Am 16. März marschieren in der lettischen Hauptstadt Riga Veteranen der Waffen-SS, die von jungen Anhängern der rechtsextremen Partei „Nationale Vereinigung“ begleitet werden. An dem Marsch nimmt unter anderem der rechtsradikale Populist Jānis Iesalnieks teil, der zu besonderen Anlässen Gebäck in Form eines Hakenkreuzes herstellt.

Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion
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