Gemeinsames Essen gehört auch beim litauischen Militär zum Alltag. Doch gegenüber den ausländischen NATO-Kollegen werden die einheimischen Soldaten benachteiligt. Bildrechte: Ieva Budzeikaitė/ Litauische Armee
Gemeinsames Essen gehört auch beim litauischen Militär zum Alltag. Doch gegenüber den ausländischen NATO-Kollegen werden die einheimischen Soldaten benachteiligt. Bildrechte: Ieva Budzeikaitė/ Litauische Armee

Eine Ungerechtigkeit erregt die litauische Öffentlichkeit. Denn die dort stationierten deutschen NATO-Soldaten bekommen teureres Essen als ihre litauischen Kollegen.

Litauer nach links, alle anderen nach recht: So sieht es bislang während der Mahlzeiten auf dem Militärstützpunkt Rukla aus, wo NATO- und einheimische Truppen gemeinsam dienen. Der Grund für die strikte Trennung: zwei Euro. Das ist der Betrag, den die ausländischen NATO-Soldaten den einheimischen Kräften täglich beim Essen voraus haben. Sechs Euro rechnen die litauischen Streitkräfte derzeit für eine Tagesration ihrer Soldaten. Bei den Verbündeten sind es acht Euro, berichtet Der Mitteldeutsche Rundfunk

Das soll sich nun ändern: „Es kann nicht sein, dass die Soldaten aus verschiedenen NATO-Ländern in demselben Speisesaal essen, aber verschiedene Rationen zugeteilt bekommen. Diese Diskriminierung trat besonders dort zutage, wo die litauischen und ausländischen Soldaten zusammen ihren Dienst verrichteten. Dies führte zu demotivierten litauischen Soldaten“, kommentiert Verteidigungsminister Raimundas Karoblis die Entscheidung.

Terminlich zufällig, aber auch symbolträchtig ab dem 1. Mai, wenn auf der ganzen Welt für Gleichberechtigung auf die Straße gegangen wird, werden die litauischen Soldaten für die gleichen acht Euro täglich Essen bekommen. Den litauischen Staat kostet das jährlich 4,8 Millionen Euro zusätzlich.

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