Litauen präsentiert sich auf der Leipziger Buchmesse

Leipzig 2013: Buchmesse - LogoVon 14. bis 17. März findet in Leipzig, Deutschland, eine der wichtigsten internationalen Veranstaltungen über Literatur statt – die Internationale Leipziger Buchmesse.

Die Messe ist europaweit als besonders professioneller Raum für Literaturkenner bekannt. Hier werden nicht nur alle die europäische Literatur betreffenden Neuigkeiten präsentiert, während ein besonderer Schwerpunkt auf ost- und mitteleuropäische Literatur gelegt wird. Eine große Rolle auf der Buchevent spielt auch kulturelles Rahmenprogramm, unter anderem Gespräche und Diskussionen mit den Schriftstellern sowie Ausstellungen.

An der Leipziger Buchmesse 2013 wird mit Unterstützung durch das Kulturministerium der Republik Litauen das Internationale Zentrum für Kulturprogramme teilnehmen. Der Stand wird Neuigkeiten aus der Literaturwelt Litauens vorstellen. Dazu gehören auch drei elektronische Bücher in englischer Sprache mit dem Zielpublikum Kinder und Jugendliche: Varlė bunkeryje von Vytautas V. Landsbergis, Braškių diena von Kęstutis Kasparavičius und Lėlė von Nomeda Marčėnaitė.

Lina Utaute (r.) und Nomeda Marcenaité, Litauen - Kinderbuchautorinnen auf der Buchmesse 2012 in Frankfurt a. M.
Lina Utaute (r.) und Nomeda Marcenaité, Litauen – Kinderbuchautorinnen auf der Buchmesse 2012 in Frankfurt a. M.
Foto: © Siebert

In das Rahmenprogramm der Leipziger Buchmesse wurden zudem drei Diskussionen einbezogen, die die Literatur aus Litauen betreffen. An diesen werden John Öhmann – Übersetzer, Journalist und Filmkünstler aus Schweden, Rūta Šepetys – Schriftstellerin litauischer Herkunft und die Autorin von Between Shades of Gray, Dalia Staponkutė – zwischen Zypern und Litauen lebende Schriftstellerin und Übersetzerin, deutsche Schriftstellerin Jutta Noak, Lyriker Marius Burokas, Donatas Petrošius, Gytis Norvilas, Prosaschriftsteller Andrius Jakučiūnas sowie Kunst- und Literaturkritikerin dr. Jurgita Ludavičienė teilnehmen.

Am 14. März werden sich Dalia Staponkutė, Jutta Noak, Rūta Šepetys mit dem Thema „Emigrierte Schriftstellerinnen: die Suche nach nationaler Identität“ auseinandersetzen. Sie werden über den Versuch diskutieren, in einer fremden kulturellen Umgebung eigene Identität, Sprache und kulturelles Gedächtnis zu bewahren. Ihre persönlichen Erfahrungen werden dabei als Ausgangspunkt dienen.

Während der Diskussion „An die Ränder der europäischen Geschichte mit Rūta Šepetys“ werden sich John Öhmann und Rūta Šepetys, gemeinsam mit ihren Romanfiguren, auf den Weg machen, die historischen Ränder Europas zu erforschen. Dort sucht Litauen, irgendwo zwischen dem Kommunismus und der Unwissenheit Westeuropas, nach seinem Platz in der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. In der Diskussion wird die Autorin erläutern, was sie dazu bewegt hat, sich mit dem Schicksal der Vertriebenen zu beschäftigen. Sie wird von ihrer Reise in die Vergangenheit ihrer Familie erzählen, Erkenntnisse teilen, die sie und ihre Weltanschauung beeinflusst haben. Zudem wird Rūta Šepetys die ersten Ideen für ihr drittes Roman vorstellen, die mit vernachlässigten Ereignissen deutscher Geschichte zu tun haben – es wird von tragischem Fliehen Deutscher vor der Roten Armee 1944-1946 handeln.

Am 17. März werden Marius Burokas, Donatas Petrošius, Andrius Jakučiūnas, Gytis Norvilas ir dr. Jurgita Ludavičienė über die Kreativität und Wertvorstellungen litauischer Schriftsteller in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg diskutieren. Der Zweite Weltkrieg ist in Europa aufgrund seiner Brutalität und mit ihm verbundener Verluste auch nach fast 70 Jahren sehr präsent. Deswegen wird der Begriff „Nachkriegszeit“ meistens mit dem Ende dieses Krieges assoziiert. Vergessen wird jedoch, dass vor Kurzem auch ein anderer Krieg stattgefunden hat. Damit ist der Kalte Krieg gemeint, dessen Ende den Prozess europäischer Einigung symbolisch beendete. In Wirklichkeit verursachte dieses Ende für Osteuropa ein langjähriges Chaos. Für die Bevölkerung dieser Teile Europas war dies eine andere, eine zweite Nachkriegszeit, die ihre Wertvorstellungen hinterfragt und überprüft und eine äußerst interessante Schriftstellergeneration erzogen hat.

Dr. Gabrielė Žaidytė, Kulturattachée an der Botschaft der Republik Litauen
Dr. Gabrielė Žaidytė,
Kulturattachée an der Botschaft der Republik Litauen
Foto: © Siebert

Das litauische Kulturprogramm auf der Leipziger Messe wird außerdem von Veranstaltungen Kęstutis Kasparavičius’ bereichert, er wird Veranstaltungen für Kinder anbieten. Gemeinsam mit ihnen wird Kęstutis Kasparavičius nicht nur seine Bücher lesen, sondern auch die Giraffe echter Größe zeichnen.

Der Name Litauens wird auch bei der Preisverleihung des Wettbewerb Best Book Design from all over the World 2013 präsent sein. Geehrt wird Tomas Mrazauskas, der das Buch von Margarita Matulytė Nihil obstat. Lietuvos fotografija sovietmečiu gestaltete(Verlag der Vilniuser Kunstakademie, 2011).

Litauens Teilnahme an der Leipziger Buchmesse wird durch die Abteilung Litauischer Literatur des Internationalen Zentrum für Kulturprogramme in Zusammenarbeit mit Kulturattachée der Republik Litauen in Deutschland Dr. Gabrielė Žaidytė organisiert. Das Projekt wird durch das Kulturministerium der Republik Litauen unterstützt.

Quelle: Botschaft der Republik Litauen in Berlin

 

 

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