Ein revolutionärer Fortschritt in der Welt: Litauen verbietet Energydrinks für Minderjährige

Anfang November verbietet Litauen als weltweit erstes Land den Verkauf des Getränks an Minderjährige – Kritiker werfen der Regierung vor, das Problem zu übertreiben

Ein neues Gesetz, das im Mai verabschiedet worden war, sieht Strafen von bis zu 116 Euro für den Verkauf der aufputschenden Getränke an Kinder und Jugendliche vor.

Der Grund für die Besorgnis: In den Getränken steckt viel Koffein, das vor allem in Kombination mit Alkohol gefährlich werden kann. Die Mixgetränke stehen in dem Verdacht, vermehrt Unruhe, Übelkeit, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle zu verursachen. In den USA und Schweden soll es zu Todesfällen gekommen sein – ein kausaler Zusammenhang wurde bislang aber nicht nachgewiesen.

Almantas_KranauskasDas Verbot sei weltweit eine Premiere, sagte Almantas Kranauskas, ein ranghoher Vertreter des Gesundheitsministeriums:

„Das ist ein revolutionärer Fortschritt in der Welt, kein anderes Land hat eine derartige Maßnahme beschlossen.“

Die meisten Länder würden sich auf Empfehlungen beschränken. Allerdings ist das Verbot in Litauen nicht unumstritten: Kritiker werfen der Regierung vor, das Problem zu übertreiben und unnötige Bürokratie zu schaffen.

Die größte Supermarktkette Litauens, Maxima, hat versichert, Energydrinks künftig „weniger sichtbar“ aufzustellen und Warnhinweise anzubringen. Trotz der Schwierigkeiten, die das Verbot den Geschäften bereite, verstünde die Kette dessen Notwendigkeit, sagte eine Unternehmenssprecherin.

In Frankreich hatte es jahrelang ein Verbot des Energydrinks Red Bull gegeben, das 2008 wieder gekippt worden war. Auch in Dänemark und Norwegen gab es für das Produkt zeitweilig solche Verkaufsverbote.

In Deutschland empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), den Verkauf sogenannter Energyshots – hochkonzentrierte Produkte im Kleinformat – zu untersagen. Auch Verbraucherschützer warnen immer wieder vor der Kombination aus Koffein und Zucker. Foodwatch fordert ein generelles Verkaufsverbot für Energyshots – und ein Verkaufsverbot für Energydrinks an Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Der gleichen Meinung ist die Verbraucherzentrale Hamburg.

 

[divider]Koffeingehalt einiger Energy Drinks und anderer Getränke[/divider]

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