Mit VoluNation in Indien

In einem Bildungszentrum in Indien gab Bianca Langegger Kinder und Jugendlichen Englischunterricht. Vier Wochen lang engagierte sich die 18-Jährige, die in Espoo lebt, als Freiwillige in einem Slum von Dehli.

Bianca V

 

Mit unterschiedlichen Kulturen kennt sich Bianca bestens aus. Spanisch und Deutsch sind ihre Muttersprachen, doch aufgewachsen und zur Schule gegangen ist sie in Espoo. Nach Indien wollte sie schon lange. „Mein erster Kontakt mit der wundervollen Kultur Indiens war, als ich acht Jahre alt war und ein Fernsehsender Bollywood-Filme mit Shah Rukh Khan ausstrahlte“, erzählt sie. Nach dem Abitur entschied sie sich, Indien als Freiwillige kennen zu lernen und meldete sich für ein einmonatiges Projekt in einem Bildungszentrum in Dehli an, das sie über http://www.VoluNation.com im Internet fand.

Schon auf dem Flug über München nach Dehli lernte sie mehr von ihrem Traumland. „Ich fing ein Gespräch mit meinem Sitznachbarn an und befragte ihn über seine Kultur, über Sachen, die ich vermeiden oder beachten sollte, über die Einstellung Lehrern gegenüber, über die Natur – über was auch immer mir in den Kopf kam und zurück bekam ich eine Welle von Information, Stolz und Liebe für sein Land. Sanjay, so hieß her, erzählte mir, dass jeder Inder sein Land vermisst, wenn er es einmal verlässt, weil es ein Land der Extreme ist, in dem man alles findet, egal ob klimatisch, landschaftlich, kulinarisch oder kulturell“, erinnert sie sich.

Kaum angekommen stellte Bianca fest, dass in Dehli alles voller, lauter und lebendiger ist. „Die Märkte waren gefüllt mit Stoffen, Gewürzen, Schmuck, Klamotten, Inneneinrichtungsstücken, Musik, Gelächter, und Gerüchen.“

 

Arbeit als Englischlehrerin

Im Bildungszentrum unterstützte sie die lokalen Lehrer im Englischunterricht, der Schwerpunkt war Grammatik. „Dort lernen Kinder und Jugendliche in mehreren Gruppen und an meinem ersten Tag bin ich durch alle durchgegangen und habe zwei Gruppen gefunden, mit denen ich am besten klarkam.“

Morgens unterrichtete sie eine Gruppe Jungs, die zwischen 12 und 17 Jahren alt waren und am Nachmittag, nach dem Essen, eine Gruppe von Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren. Wortarten, Satzbau, die unterschiedlichen Zeitformen im Englischen dabei standen im Mittelpunkt. Ihr Arbeitstag begann gegen 10.30 und endete um 16 Uhr, danach blieb ihr Zeit für Sightseeing und Einkäufe. Sie war meistens mit anderen Freiwilligen unterwegs, fühlte sich aber keineswegs unsicher, wenn sie mal alleine zum Markt gegangen oder mit der Rikscha gefahren ist. Ein paar Sätze auf Hindi hat sie dabei natürlich auch gelernt.

„Das Beste an allem für mich jedoch waren die Kinder. In der Sekunde, in der ich den Raum betreten hatte, hatte ich auch mein Herz an sie verloren“, sagt sie zurückblickend. „Ich habe bei mir zu Hause an unterschiedlichen Schulen und Kindergärten ausgeholfen und selten so eine Liebe und Lust fürs Leben gesehen, wie sie die Kinder in Indien haben.“

Entsprechend schwer fiel ihr der Abschied nach Ende der vier Wochen. Es vergeht kein Tag, an dem sie nicht an ihre „chaotischen Jungs“ denke oder an die Mädchen, „die Ärzte, Lehrer, Anwälte und Tänzerinnen“ werden wollen. Sie hält nach wie vor den Kontakt nach Indien aufrecht. „Die Lehrer dort schreiben mir ab und zu, wie es den Kindern geht.“ Besonders wichtig ist ihr ein Ratschlag für alle, die wie sie mit Kindern arbeiten möchten: „Höre ihnen richtig zu, auch wenn sie von Einhörnern oder fremden Göttern sprechen. Erzähle ihnen Geschichten und Witze. Zwinkere ihnen zu und lache.“

 

Ausflüge zu großen Tempeln

An den Wochenenden blieb Bianca etwas Zeit, Indien näher kennenzulernen. „Ich bin nach Agra gegangen, um den Taj Mahal zu sehen und nach Jaipur, die Hauptstadt des Staates Rajasthan.“ Während der sechsstündigen Autofahrt änderte sich die Landschaft ständig: von Großstadt zu Feldern, zu Blumenfeldern, zu Hügeln und Bergen und zwischendurch sogar zu Wäldern. Besonders angetan ist sie von Indiens Tempeln. „Sie sind groß, abends immer mit Lichterketten beleuchtet und mit Blumen dekoriert. Ich bin jedes Wochenende zu einem Krishna-Tempel in der Nähe von unserem Apartment gegangen, um den Geruch der Räucherstäbchen zusammen mit der rhythmischen Musik, dem Tanz und dem Klatschen aufzunehmen, nichts ist jemals richtig still in Indien.“

Ihren Sitznachbarn aus dem Flugzeug kann Bianca jetzt noch besser verstehen. „Wie recht er doch hatte. Indien ist so reich in jeder Hinsicht, dass man gar nicht anders kann, als es zu vermissen“, sagt sie.

 

Über VoluNation

VoluNation ist Spezialist für weltweite Freiwilligenarbeit. Neben einem umfassenden Beratungsangebot bietet VoluNation kurzfristig buchbare Freiwilligenprojekte in mehreren Staaten Afrikas, Asiens und Südamerikas an. Weitere Informationen sind im Internet unter VoluNation.com erhältlich.

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Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion

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