Mord in London entspricht al-Qaida-Taktik

Zwei Männer haben am Mittwoch (22. Mai) einen britischen Soldaten in London auf offener Straße getötet und anschließend islamistische

Britischer Premierminister David Cameron
Britischer Premierminister David Cameron

Parolen gerufen. Der britische Premier David Cameron stufte die Tat als Terrorakt ein. Die konservative Tageszeitung The Daily Telegraph erkennt in der Tötung die Handschrift al-Qaidas: “Seit Jahren haben al-Qaida-Aktivisten wie Anwar al-Awlaki [der 2011 im Jemen von US-Drohnen getötet wurde] ihre Anhänger dazu aufgefordert, Anschläge vor der Haustür auszuüben. …

Awlaki drängte seine Anhänger dazu, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Statt komplexer Operationen wie den Anschlägen vom 11. September oder den Bombenanschlägen 2005 in London sollten sie Selbstmordanschläge in britischen Einkaufszentren begehen und britische Militäreinrichtungen angreifen. Bis dato haben Geheim- und Sicherheitsdienste solche Attentate verhindern können und etliche al-Qaida-Terroristen wurden zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. In einem dieser Fälle wollte ein al-Qaida-Terrorist einen britischen Soldaten in der Region Midlands entführen und dessen Enthauptung filmen.”

Quelle: http://www.eurotopics.net (22.05.2013)

Die schreckliche Tat fand am Nachmittag statt. Zwei Angreifer hatten vor einer Kaserne mit einem Fleischerbeil oder einer Machete einen Soldaten der britischen Armee getötet. Premierminister David Cameron, der sich zum Zeitpunkt der Tat in Paris aufhielt, machte sich umgehend auf den Rückweg. Noch für den gleichen Abend berief er eine erste Sondersitzung des Nationalen Sicherheitskabinetts ein. Innenministerin Theresa May sagte nach der Sitzung, es sei ein Anschlag “auf alle in Grossbritannien” gewesen.

Es gebe starke Anzeichen, dass es sich um einen terroristischen Anschlag handle, sagte Cameron. Grossbritannien werde vor Terroristen “niemals einknicken”. Königin Elizabeth äusserte sich besorgt über den Angriff, wie ein Palastsprecher mitteilte.

Der britische Muslimrat verurteilte das Verbrechen: “Nichts rechtfertigt diesen Mord”, hiess es in einem Statement. “Barbarische Akte können in keiner Weise mit dem Islam entschuldigt werden” In der Nacht auf Donnerstag (23. Mai) kam es in England vereinzelt zu islamfeindlichen Aktionen. Ein 43-Jähriger wurde festgenommen, als er mit einem Messer in eine Moschee in der Hauptstadt eindrang, wie ein Abgeordneter auf Twitter berichtete. Ein zweiter Mann wurde wegen Verdachts auf rassistisch motivierte Sachbeschädigung im Südosten des Landes festgenommen.

 

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