Musikfestival folkBALTICA in Flensburg

Polka aus Deutschland: Polkaholix
Polka aus Deutschland: Polkaholix
Foto: © Tutti Nitz

Vom 17. – 21. April fand im deutsch-dänischen Grenzgebiet Sønderjylland-Schleswig bereits zum neunten Mal das Kulturfestival folkBALTICA statt. Fünf Tage lang wurden Flensburg und die angrenzenden Städte und Kommunen zur Bühne deutscher, baltischer, polnischer und skandinavischer Folkmusiker, die ihr Publikum mit einem Mix aus folkloristischen Klängen und modernen Rhythmen mitreißen.

Wie jedes Jahr stand das Festival unter dem besonderen Motto eines Landes; dieses Mal dreht sich alles um das deutsche Nachbarland Polen. Dort hat die Volksmusik eine besondere Tradition: Besonders auf dem Land gehörte sie stets zum alltäglichen Leben und besondere Ereignisse wie die großen christlichen Feiertage, Hochzeiten oder Geburten wurden mit alt überlieferten Gesängen geehrt. Nach dem Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs zunächst lange Zeit aus Propagandamusik Stalins verschrien, überlebten die folkloristischen Melodien und werden heute von vielen jungen Folkbands kreativ genutzt und durch die Verbindung mit modernen Musikstilen wieder einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Unter dem Motto „Passion Power Poland“ kamen dieses Jahr junge Bands wie die derzeit erfolgreichste polnische Folkband Warzaw Village Band und erfahrene Musiker wie der Geiger Jan Gaca zusammen, der bereits auf eine über 60 Jahre währende Karriere zurückblickt. Neben den polnischen Musikern, die in diesem Jahr den Themenschwerpunkt bilden, sorgten aber auch wieder eine Reihe skandinavischer und baltischer Künstler für internationales Flair sorgen und verzauberten mit den traditionellen Melodien ihrer Heimat das Publikum.

Die polnische Band Vołosi
Die polnische Band Vołosi
Foto: © Maria Kulik

Als Highlight des Festivals galten zudem die teilweise von den auftretenden Künstlern angebotenen Workshops, in denen Interessierten selbst zum Instrument greifen können. In diesem Jahr fanden Workshops zur traditionellen polnischen Tanzmusik statt, die unter anderem von den polnischen Bands Trio und Vołosi geleitet werden. Ein weiterer Programmhöhepunkt war das Projekt „Connecting Art & Music“, bei dem die deutsche Folkband Dragseth ihre Konzerte mit einer Ausstellung der Bilder des Malers und Bandmitglied Manuel Knortz verband. Bereits zum zweiten Mal stattfindend, wurde den Zuschauern und –hörern so ein besonders reizvolles Erlebnis geboten, das die künstlerische Wahrnehmung der Bilder um eine musikalische Dimension erweitern sollte. Ein großes Anliegen der Veranstalter war außerdem die Förderung von Nachwuchsmusikern, um die traditionellen Folkklänge einem jüngeren Publikum zugänglich zu machen. Für die Zusammenstellung eines folkBALTICA Jugendensembles konnten sich bis zum 18. März junge Folkmusiker im Alter von 14 – 22 Jahren bewerben. Neben den zahlreichen Konzerten wurden im 51 Stufen Kino Flensburg zu verschiedenen Terminen außerdem der Film „Sound of Heimat“ gezeigt, der sich auf die Suche deutscher Volksmusik „abseits des Musikantenstadls“, wie es in der Filmbeschreibung heißt, begibt.

Für mehr Informationen: http://www.folkbaltica.de

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