Neoliberalismus hat Polen zu Egoisten gemacht

Die Mütter behinderter Kinder, die vor dem polnischen Sejm für höhere Sozialleistungen demonstriert hatten, sind am Wochenende von den per Telefon zugeschalteten Zuschauern einer TV-Sendung als „hysterische Weiber“ beschimpft worden, die auf Kosten der Gemeinschaft leben wollten.

Dieser Egoismus ist eine Folge des neoliberalen Wandels, bemerkt die konservative Boulevardzeitung Super Express:

Wenn Margaret Thatcher noch leben würde, wäre sie stolz auf Polen. Ihre Vision einer Welt, in der es keine verantwortungsvolle Gesellschaft gibt, sondern nur Individuen, einzelne Männer, einzelne Frauen und einzelne Familien, ist in unserem Land Wirklichkeit geworden. 25 Jahre nach der Wende hat sich hierzulande ein Neoliberalismus durchgesetzt, der dazu führt, dass jeder nur für sich selbst verantwortlich ist. Die gesellschaftliche Verantwortung gilt nur als Hindernis für die persönliche Bereicherung.

… Und das Schlimme ist, dass diese Situation nicht als Problem irgendwelcher vereinsamter Egoisten entstanden ist, sondern als Erbe der Transformation in Polen nach 1989.

Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion
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