Ostpreußen: Wolfskinder – Kinder auf der Flucht

Wenn die Natur Kinder beschützt

Sieben Jahre brauchte Regisseur Rick Ostermann für die Realisierung seines Films

Als Wolfskinder werden Waisenkinder aus dem ehemaligen Ostpreußen bezeichnet, die nach dem Zweiten Weltkrieg in die Wälder Litauens flüchteten. Ihr Schicksal ist bislang weitgehend unbekannt und wird nun in Rick Ostermanns Spielfimdebüt thematisiert.

In den Wirren der Nachkriegszeit gibt es Tausende Kinder, deren Eltern tot sind. Diese “Wolfskinder” geraten zwischen die Fronten marodierender deutscher Verlierer – und schießwütiger sowjetischer Siegertruppen. Rick Ostermann zeichnet in seinem Kinodebüt ihr Schicksal eindrucksvoll nach.

…Schon deswegen wird im Film wenig gesprochen. Die deutsche Sprache könnte die Kinder ja verraten. Überhaupt geht es um Identitätskonflikte. Hans und Fritzchen denken wehmütig an ihre ostpreußische Heimat. Aber immer mehr Situationen, in die sie geraten, verlangen Improvisationskunst und Einfallsreichtum. Dabei ist es schwierig, sich nicht aus den Augen zu verlieren.

…Etwa 5000 dieser Wolfskinder hat es wohl im Niemandsland des ausgehenden Zweiten Weltkriegs gegeben. Diese Kinder gingen völlig unvorbereitet durch die Hölle des Krieges und das Fegefeuer seiner Folgen, was wunderbare, jugendliche Darsteller in diesem Film unmittelbar erfahrbar machen. Und weil Regisseur Rick Ostermann das Archaische dieser Kindheitserfahrungen in den Mittelpunkt stellt, kann man diesen Film leicht auf sämtliche Weltgegenden übertragen, in denen Kinder und Jugendliche entwurzelt und traumatisiert nach einer neuen Heimat suchen.

…Die Wolfskinder werden Teil der Wildnis, weil die Erwachsenenwelt in Trümmern liegt oder ihr Leben bedroht. Dadurch wirkt der Film zeitlos, vom historischen Kontext gelöst. Er schafft darüber allerdings auch eine ganz besondere Atmosphäre, über den Kontrast der wunderschönen Natur und Landschaftsbildern im Breitwandformat und den verdreckten und verschorften ernsten Kindergesichtern und ihrem fast wortlosen Kampf ums Überleben.

 

Mehr lesen und hoeren: Deutschlandfunk

 

 

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[divider]Video: Die Kinder der Flucht [/divider]

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