Rififi: Spektakulärer Bankraub in Berlin-Steglitz

PolizeibeamteUnbekannte Täter sind am Montag (14. Januar) über einen Tunnel eine Bankfiliale von Volksbank in Berlin-Steglitz ausgeraubt.

Die Ganoven durchbrachen laut Polizei in einer Tiefgarage eine Wand und gruben den etwa 30 Meter langen Durchgang, der in den Tresorraum der Kreditinstitut-Filiale führte. Ihren Aktion haben die Räuber anscheinend lange vorbereitet.

Im Bank brachen die Täter dann Schließfächer auf und nahmen Wertsachen mit. Laut Polizei wurde nur ein Drittel der mehr als 1.000 Schließfächer aufgebrochen. Was genau sie mitgenommen haben, muss noch geklärt werden. Die Höhe des Schadens ist bislang unbekannt. Eine eigens gebildete Sonderkommission (“Soko Tunnel”) ermittelt.

Auch die Verbrecher sind flüchtig. Nachbarn oder Passanten, die in den vergangenen Tagen auffällige Bauarbeiten in der Nähe der Bank bemerkt haben, sollten sich bei Polizei melden.

Die Polizei hat jetzt ein Fahndungsfoto von einem der mutmaßlicher Tunnel-Gangster veröffentlicht. Sie sucht nach einem Mann im Alter von 30 bis 40. Er soll etwa 1,90 Meter groß sein. Zeugen beschrieben den Unbekannten als einen stämmigen Mann mit einem Bauchansatz. Als er gesehen wurde, trug er verschmutzte Arbeitshosen und ockerfarbene Arbeitsstiefel.

Entdeckt wurde der Einbruch von der Feuerwehr. Gegen 6 Uhr morgens hatte ein Anwohner Rauch in der Tiefgarage gemeldet. Die alarmierten Einsatzkräfte fanden dann den Durchbruch in der Garage. Nach derzeitigen Erkenntnissen wurde das Feuer im Tresorraum und in der Garage vorsätzlich gelegt, um mögliche Spuren zu verwischen. In der Tiefgarage konnten die Täter unbehelligt graben und bauen, da es einzelne Stellplätze gebe, die mit Rolltoren abgetrennt und deshalb nicht von außen einsehbar seien.

Fahndungsfoto der Polizei
Fahndungsfoto der Polizei

Der gutbürgerliche Bezirk Steglitz-Zehlendorf im Westen von Berliner war schon früher Schauplatz spektakulärer Banküberfälle und Geiselnahmen. Erst im Dezember 2012 – kurz vor Weihnachten – hatte ein Mann dort eine Bank überfallen. Er hielt neun Stunden lang einen Angestellten als Geisel in seiner Gewalt, bevor die Polizei ihn zum Aufgeben bewegte.

Für überregionales Aufsehen hatte 1995 ein Bankraub gesorgt. Damals überfielen sechs Männer eine Commerzbank-Filiale in Berlin-Zehlendorf und nahmen dabei 16 Geiseln. Die Täter entkamen mit ihrer Diebesgut ebenfalls über einen selbst gegrabenen Tunnel. Sie wurden jedoch später gefasst und verurteilt.

Symbolfoto: © Siebert
Fahndungsfoto: © Polizei

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