Russland will Leid der Letten nicht anerkennen

Lettland: Deportationen 1941
Deportationen 1941

Lettland hat am Montag (25. März) an den Beginn der letzten großen Deportationswelle von Balten in die Sowjetunion im Jahr 1949 erinnert. Der 25. März ist nationaler Trauertag. Die Tageszeitung Neatkarīgā kritisiert den Umgang des heutigen Russlands mit dem Thema scharf: “Die Hauptfrage ist, ob und wann Russland seine Verbrechen anerkennt. Ach, das war damals ein anderer Staat, nicht Russland? Es ist das gleiche Imperium, nur der Name hat sich geändert. … Nicht die Okkupanten, nicht ihre Nachfahren und auch nicht Russland werden je anerkennen, dass die Sowjetunion die Letten zu vernichten versuchte, eine Russifizierung durchführte und die Identität der Letten zerstört hat. Die Okkupanten machen dies bis heute, wenn sie am 16. März [inoffizieller Gedenktag für die Letten, die sich im Zweiten Weltkrieg der SS angeschlossen hatten] über die lettischen Soldaten lachen und regelmäßig das Selbstverständnis der Letten als Nation, ihre Geschichte und ihre Grundwerte negieren.”

Quelle: http://www.eurotopics.net vom 25.03.2013
Archivbild

Die Deportationen und Vertreibungen der Esten, Letten und Litauer 1941-1949
Der Hitler-Stalin-Pakt vom 23. August1939 erklärte die baltischen Staaten zur sowjetischen Interessenssphäre. Im Juni 1940 besetzten sowjetische Truppen das Baltikum und verhafteten Hunderttausende von Mitgliedern von bis dahin bestehenden Parteien, Offiziere, Geschäftsleute und Grundbesitzer. Im Juli 1941 setzten Massendeportationen in sibirische Lager ein, aus Estland etwa 11.000, aus Lettland etwa 16.000 und aus Litauen etwa 21.000 Bewohner. Infolge des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion am 22. Juni1941 fand die sowjetische Besetzung der baltischen Staaten ein vorläufiges Ende, wurde aber durch die deutsche ersetzt. Die Generalbezirke Estland, Lettland, Litauen und Weißrussland bildeten nun das „Reichskommissariat Ostland“. Die Hoffnung der baltischen Staaten, von den deutschen Besatzern Unterstützung auf dem Weg in die Unabhängigkeit zu finden, wurde bald enttäuscht. Die Rote Armee durchbrach 1944 die deutschen Verteidigungsstellungen in Estland, Lettland und Litauen, was eine Massenflucht der Balten nach Deutschland, Schweden und Nordamerika auslöste (80.000 Esten, 120.000 Letten und 66.000 Litauer). Im März 1949 kam es abermals zu Massendeportationen nach Sibirien, mit denen die sowjetischen Behörden auf die aus ihrer Sicht unzureichende Kollektivierung und auf die Partisanenbewegung reagierten. Der Widerstand der „Waldbrüder“ dauerte dennoch bis in die 1950er Jahre.
Quelle: Zentrum gegen Vertreibungen in Wiesbaden
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