Szene der Salafisten wächst in Deutschland

Deutschland 2013: Salafistenszene
Salafistendemonstration in Deutschland

Berlin/ots/BR. Die Szene der Salafisten in Deutschland ist nach Informationen des Tagesspiegels (Ausgabe vom 30. Januar) im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Die Zahl der Personen, die dem Spektrum zuzurechnen sind, sei auf 4500 gewachsen, teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz auf Anfrage mit. Sicherheitskreisen liegen zudem Hinweise vor, dass sich einer der Anführer der Salafistenszene in Deutschland, der aus Berlin stammende Denis Cuspert, islamistischen Kämpfern in Syrien anschließen will.

Der Salafismus (auch Salafiyya) gilt als eine ultrakonservative Strömung innerhalb des Islam, die eine geistige Rückbesinnung auf die „Altvorderen“ (arab. Salaf ‚Vorfahren‘) anstrebt.

Deso Dogg (* 1975 in Berlin) heißt bürgerlich Denis Mamadou Cuspert. Seit zwei Jahren 2010 ist er als islamistischer Prediger und Sänger aktiv. Wegen seiner Aufrufe zum bewaffneten „heiligen Krieg“ gilt Cuspert als Extremist und geriet in das Visier deutscher Sicherheitsbehörden. Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt aktuell gegen ihn wegen Volksverhetzung. Cuspert hat sich nach einer bundesweiten Razzia gegen islamistische Extremisten inzwischen nach Ägypten abgesetzt und im September 2012 ein Drohvideo gegen den deutschen Staat veröffentlicht.

Cuspert, dessen Vater Ghanaer und Mutter Deutsche ist, ist im Berlin geboren und wuchs dort auch auf. Sein Vater verließ die Familie, als er noch ein Baby war. Sein Stiefvater, mit dem es immer wieder zu Konflikten kam, war ein ehemaliger Angehöriger der US-Armee. In seiner Jugend verkehrte Cuspert in kriminellen Milieus und war selbst ein Gang-Mitglied.

Im November 2010 gab Deso Dogg bekannt, dass er seine Musikkarriere beendet und fortan als islamischer Prediger unter den Namen Abou Maleeq auftritt. Im April 2011 erhob die Berliner Staatsanwaltschaft Anklage wegen illegalen Waffenbesitzes. In einem Interview vom November 2010 erklärte er, er hoffe auf den Sieg islamistischer Mudschaheddin und bezeichnete Berlin als „eine weitere Kuffar-Metropole“.

In einem im Juni 2011 aufgenommenen Nasheed preist er Osama bin Laden. Die Zeitung Die Welt berichtete am 31. Januar 2012 im Internet von einem Umzug Cusperts von Berlin nach Bonn um die Jahreswende 2011/2012. Zeitlich parallel soll sein ägyptisch-österreichischer Gesinnungsgenosse Mohamed Mahmoud von Berlin nach Solingen umgezogen sein. Die beiden Wohnortswechsel gelten als ein Akt der Konzentration der deutschsprachigen salafistischen Szene in Nordrhein-Westfalen.

Bei einem durch das Bundesinnenministerium veranlassten Schlag der Polizei gegen verschiedene Zentren und Wohnungen des gewaltnahen Salafismus in Deutschland wurde am 14. Juni 2012 bei der Durchsuchung einer Islamistenwohnung durch die Polizei in Berlin eine selbst gebaute Sprengstoffweste gefunden. Nach einem Bericht der Zeitung Die Welt war die Weste bereits am 15. Mai entdeckt und offenbar von Deso Dogg angefertigt worden.

Ein Drohvideo von Cuspert wurde im September 2012 an das deutsche Fernsehkanal ZDF geschickt, dort droht er mit dem Dschihad in Deutschland und weiteren Anschlägen.

Quelle: Wikipedia

Foto: Via Dolorosa

 

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