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Wiesbaden (dpa) – Arbeit in Deutschland hat sich im zweiten Quartal aufgrund der Corona-Einschränkungen – statistisch gesehen – deutlich verteuert. Die Kosten je geleisteter Arbeitsstunde stiegen nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – und damit so stark wie noch nie zum Vorjahr seit dem Beginn der Erhebung dieser Daten im Jahr 1996.

Den kräftigen Anstieg erklärten die Wiesbadener Statistiker am Dienstag mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie: Weil Firmen ihren Betrieb herunterfuhren und Arbeitnehmer in Zwangsurlaub schickten oder Eltern wegen geschlossener Kitas und Schulen Kinder zeitweise zu Hause betreuen mussten, ging die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden in den Keller. Das verzerrt in gewisser Weise die Statistik. Dieser Effekt war bereits im ersten Quartal 2020 zu beobachten. Zum Vorquartal erhöhten sich die Arbeitskosten im Zeitraum April bis einschließlich Juni um 1,9 Prozent.

Die Arbeitskosten setzen sich aus Bruttoverdiensten und Lohnnebenkosten zusammen. Die Bruttoverdienste erhöhten sich im zweiten Quartal dieses Jahres zum Vorjahresquartal um 4,9 Prozent, die Lohnnebenkosten stiegen um 5,7 Prozent.

Im Vergleich der Europäischen Union, für den aktuell Daten für das erste Quartal 2020 vorliegen, verteuerte sich in Deutschland eine Stunde Arbeit um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Damit liegt Europas größte Volkswirtschaft genau im EU-Schnitt.

Am stärksten stiegen die Arbeitskosten demnach in Litauen (plus 11,2 Prozent), am geringsten in Luxemburg (plus 0,1 Prozent). In Kroatien gingen die Arbeitskosten sogar um 1,1 Prozent zurück.

Der europäische Vergleich erfasst die Industrie und wirtschaftliche Dienstleistungen, nicht jedoch den öffentlichen Dienst und das Gesundheitswesen.

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