0

Es war das schwerste Schiffsunglück in Europa nach 1945: Am 28. September 1994 sinkt die Fähre “Estonia”. Rund 900 Menschen kommen ums Leben. Bis heute wird über den Unfallhergang gerätselt

Ob geplant war, das Schiff zu versenken, oder ob dies ein unverhergesehenes Ereignis war, ist unklar. Sicher scheint nur zu sein, dass an Bord der Estonia irgendetwas nicht stimmte und der offizielle Untersuchungsbericht einige Fragen offen lässt.

Am 28. September 1994 sank die Estonia in der Ostsee. Bei dem Unglück starben 852 von 989 Menschen an Bord der Fähre, die von Tallinn (Estland) nach Stockholm (Schweden) unterwegs war. Um die Unglücksursache entbrannten sehr schnell einige Diskussionen, da die Untersuchungen des Unglücks einige Fragen offen ließen.

Als offizielle Ursache wurde ein Konstruktionsfehler an der Bugklappe genannt, durch den schließlich Wasser in das Schiff eindrang und es zum Sinken brachte.

Die Journalistin Jutta Rabe, die anfangs für den Spiegel arbeitete, dann aber aufgrund ihrer Recherchen zum Estonia-Unglück entlassen wurde, brachte einiges zutage. Diese inoffiziellen Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass es an Bord der Estonia eine oder mehrere Bombenexplosionen gegeben haben muss, die ein Loch in die Außenwand des Schiffs gerissen haben, worduch es zum Untergang der Estonia kam.

Die Estonia legte am 27. September 1994 bereits mit Verspätung gegen 19:17 Uhr im Reisehafen der estnischen Hauptstadt Tallinn ab und nahm Kurs auf Stockholm

Daraufhin bekam die Fähre starke Schlagseite und sank innerhalb kurzer Zeit.

Lediglich 137 Menschen überlebten das Unglück, davon waren 26 Frauen. Die meisten Passagiere konnten das sinkende Schiff nicht verlassen, da ihnen keine Zeit mehr zur Flucht ins Freie blieb.Ein Teil der Passagiere, dem dennoch die Flucht von Bord der Estonia gelang, starb im etwa 13 °C kalten Wasser der Ostsee oder auf den Rettungsinseln an Unterkühlung. 852 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben. Nur 94 von ihnen wurden geborgen.

Die ertrunkenen Fahrgäste kamen aus Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Kanada, Lettland, Litauen, Marokko, den Niederlanden, Nigeria, Norwegen, Russland, Schweden, der Ukraine und Weißrussland.

Natürlich muss man sich jetzt Fragen, wer einen solchen Anschlag auf das Schiff verübt haben sollte und aus welchem Grund. Und natürlich gibt es auch darauf eine Antwort. Es gibt Hinweise darauf, dass sich an Bord der Estonia Waffen befunden haben. Hierbei handelte es sich um illegale Schmuggelware von hoher Brisanz, weshalb der KGB (der russische Geheimdienst) diesen Schmuggel verhindern wollte. Dies sollte durch die Bombenexplosionen erreicht werden.

Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion
Die einzige, unabhängige und alternative Zeitung aus dem Baltikum – für die Welt! Die BALTISCHE RUNDSCHAU ONLINE ist mit ihrer Vollredaktion die erste deutschsprachige Tageszeitung im Baltikum und Nordeuropa, die nur im Internet erscheint. NEU! Liebe Freunde und Abonnenten, eine weitere Informationsmöglichkeit ist unser Kanal auf dem Messenger-Dienst Telegram. Klicken Sie einfach den Link TELEGRAM-KANAL "DIE BALTISCHE RUNDSCHAU" und registrieren Sie sich. Auf unserem TELEGRAM-KANAL sind immer wieder aktuelle Informationen, Bilder und Videos zu finden. Dieser kostenlose Messengerdienst ist auch ohne Smartphone einfach auf dem PC oder Laptop nutzbar. Bitte nutzen Sie auch diese Kommunikationsmöglichkeit, bewerten Sie die einzelnen Artikel positiv und es würde uns sehr freuen, wenn sie fleißig die Kommentar-Möglichkeiten nutzen würden.

Verbündete lassen Estland im Stich

Previous article

Riga: Not er­fin­de­risch macht – Für Krea­ti­vi­tät benötigt man kein Geld

Next article

You may also like

Comments

Comments are closed.

More in Welt