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Die estnische Kriminalpolizei hat Andrei Zarenkov, Politiker und Menschenrechtler russischer Herkunft, wegen Verdachts auf Korruption festgenommen.

Zarenkov, Vorsitzender der anti-faschistischen Organisation „Estland ohne Nazismus“ und Chefredakteur des russischsprachigen Magazins „Baltijski mir“ („Baltische Welt“), wurde am Samstagabend verhaftet, wie das estnische Fernsehen berichtete. „Er steht im Verdacht, Schmiergeld kassiert zu haben“, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Der Verdacht sei mit der Tätigkeit Zarenkovs als Direktor eines Kulturzentrums der russischen Gemeinde verbunden. Das Haus und das Büro der Verdächtigten wurden duschsucht.

Zarenkov ist in Estland für seinen Kampf um die Rechte der russischen Minderheit bekannt. Wegen seiner politischen Aktivitäten war er seit Jahren im Visier der estnischen Sicherheitspolizei (KaPo).

Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wurde in den unabhängig gewordenen baltischen Staaten hunderttausenden Menschen, überwiegend Russen, die Einbürgerung verweigert. In Lettland und Estland etwa leben fast 500.000 so genannte „Nichtbürger“, die kein Stimmrecht haben.

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