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Bisher sind nur wenige Flüchtlinge nach Lettland gekommen. Seit sich die Regierung jedoch dazu bereit erklärt hat, 776 Asylsuchende aus Italien und Griechenland aufzunehmen, werde endlich in eine Flüchtlingspolitik investiert, sagt die Sozialarbeiterin Gunta Viksne. Dieser Ausflug gehört dazu. Trotzdem sei es nicht leicht gewesen, eine lettische Gemeinde vom Besuch der Flüchtlinge zu überzeugen, sagt sie, denn noch immer lehnten knapp 80 Prozent der Letten die Hilfesuchenden ab.

“Von den drei Gemeinden, die wir als offen eingeschätzt haben, hat eine gleich wieder abgesagt. Das Thema Flüchtlinge sei einfach zu umstritten, hat der Bürgermeister erklärt. Ich sage ja nicht, dass man die Asylsuchenden lieben muss –  aber wir wollen die Fluchtursachen erklären, damit unsere Leute ihre Ängste überwinden.”

In Jaunpils sind die Asylsuchenden auf alle Fälle willkommen. Eine 1.000- Seelen Gemeinde, die inmitten von Wiesen, Bachläufen und Feldern liegt. Andris Friderihsons ist Sozialarbeiter und war sofort bereit zu helfen. Stolz erzählt er den Flüchtlingen vom mittelalterlichen Schloss und der Käsefabrik, außerdem erklärt er, dass sich hier das Schulzentrum für den gesamten Bezirk befinde.

“Alles was ich bisher über Asylsuchende wusste, habe ich aus den Medien und dem Internet erfahren. Da ging es um Gewalt und Terror, Flüchtlinge würden nur Probleme schaffen, hieß es, aber hier sehe ich nur nette Leute.  Allerdings sind es nur 15. Die Frage ist, was passiert, wenn plötzlich Hunderte oder Tausende zu uns kommen.”

Weiterlesen: Flüchtlinge in Lettland – Sechs neue Nachbarn | von Birgit Johannsmeier, deutschlandfunk.de

Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion
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