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Mutmaßliches CIA-Foltergefängnis bei Vilnius entdeckt

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Mutmaßliches CIA-Foltergefängnis bei Vilnius entdeckt

Ein eingezäuntes Landhaus in Vilnius, so wird vermutet, soll zwischen 2005 und 2006 als geheimes Gefängnis für den Auslandsgeheimdienst der Vereinigten Staaten, die CIA, benutzt worden sein.

Videoaufnahmen, die in der Umgebung der litauischen Hauptstadt Antaviliai gedreht wurde, zeigen das besagte Objekt.

Ein Einwohner erklärt:

Soweit ich weiß, gab es [hier] einst einen Stall. Pferde liefen hier herum, deshalb hat es unser Interesse geweckt. Aber dann wurde alles entfernt und mit den Bauarbeiten begonnen.

Die Angelegenheit gelangte an die Öffentlichkeit, als der saudi-arabische Staatsangehörige Abu Zubaydah, derzeit Häftling des US-Militärgefängnisses in Guantanamo Bay, eine Klage gegen Litauen einreichte.

Nach seinen Worten erlaubte Litauen CIA-Offizieren, psychologische und physische Folter gegen ihn anwenden.

Im Jahr 2015 gewann Abu Zubaydah einen ähnlichen Fall vor dem Straßburger Gericht gegen Polen. Auch in Polen hatte es ein CIA-Gefängnis gegeben, in dem Menschen sogenannten verschärften Verhörmethoden unterzogen worden waren.

Es ist mittlerweile erwiesen, dass die USA unter dem Eindruck der Anschläge vom 11. September 2001 im daraufhin ausgerufenen “Krieg gegen den Terror” mehrere solcher Geheimgefängnisse betrieben haben. Bekannt geworden sind solche Einrichtungen auch in Marokko, Rumänien, Thailand, Irak, Afghanistan, Jordanien. Sie alle mussten später geschlossen werden.

VIDEO: Mutmaßliches CIA-Foltergefängnis [email protected] Vilnius (Litauen) entdeckt

 

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