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Messen Deutschland 2018: Zwischen CEBIT und IFA

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Seit Jahren gibt es in Deutschland zwei sich ähnelnde und teilweise konkurrenzmachende internationale Messen.

In der ersten Jahreshälfte die Cebit in Hannover und in der zweiten die IFA in Berlin. Die Cebit, die als Teil der Hannover Messe begann, stand damals für „Centrum der Büro- und Informationstechnik“. 1986 wurde sie zu einer eigenständigen wichtigen Computermesse mit einem wachsenden Anteil der Telekommunikationsbranche. In den letzten Jahren allerdings ging die Zahl der Aussteller und auch die Zahl der Besucher stark zurück.

Die Internationale Funkausstellung (IFA), die als reine Funk- und Fernsehausstellung begann, hat sich seit einigen Jahren zur globalen Leitmesse für Consumer und Home Electronics entwickelt. Sie ist ständig am Wachsen. Die Computer und IT Technologie ist selbstverständlich Teil der IFA aber ihr Spektrum geht weit darüber hinaus.

2018 hat sich die Ausstellung in Hannover völlig neu aufgestellt. Startete die Cebit früher immer im März, so öffnete die Messe in diesem Jahr vom 11. bis 15. Juni unter dem neuen großgeschrieben Logo CEBIT.

Die neue Cebit ist eine Mischung aus Digitalmesse und Jahrmarkt. Der Festivalcharakter mit einem großen Riesenrad von SAP und sich abwechselnden Livemusik-Shows wurde bewusst gewählt und richtete sich an das junge Publikum.

Hauptschwerpunkt der neuen Cebit war die digitale Konferenz. Die Cebit will laut Messechef Oliver Frese „Messe, Konferenz und Networking in einem“ sein. Schlagworte wie: Big Data, Robotik, Internet of Things, Blockchain, die Zukunft der Arbeit, autonomes Fahren und Ähnliches, beherrschten die Vorträge und Diskussionen.

Vertreten waren über 2.800 Unternehmen, mehr als 600 Sprecher auf zehn Bühnen und 370 Startups aus Europa, Afrika und Asien. Die Aussteller kamen aus 70 Ländern. Davon präsentierten sich aus Estland fünf sowie aus Lettland und Litauen jeweils vier Unternehmen.

Insgesamt lockte die neue Cebit 120.000 Besucher auf das Messegelände. Das waren deutlich weniger als im vergangenen Jahr. Trotzdem zeigten sich die Veranstalter als auch die meisten Beteiligten sehr zufrieden. Nach Meinung von Oliver Frese könne man das alte und das neue Konzept nicht miteinander vergleichen.

Die IFA 2018, wird am 31. August für sechs Tage ihre Tore öffnen. Im vergangenen Jahr kamen 253.000 Besucher auf das Messegelände rund um den Berliner Funkturm. Während die Cebit zum Hotspot einer Gesprächsplattform für die Digitalisierung werden möchte, geht es bei der IFA um die Endprodukte der IT Technologie.

Das sind zum einen die Multimediageräte der Unterhaltungselektronik und zum anderen die Elektro-Hausgeräte. Intelligente und vernetzte Geräte für zu Hause, Künstliche Intelligenz und Fernseher mit einer immer besseren Bildschirmqualität sind einige der Top-Trends der IFA 2018. Die Besucher können sich auf der Messe ausführlich über die neusten Produktentwicklungen und Techniken informieren. Als Beiprogramm bietet die IFA Events und Konzerte im Sommergarten des Messegeländes an. Einer der außergewöhnlichsten Open Air Bühnen Berlins.

Nicht nur die Cebit sondern auch die IFA ist ein bedeutender Kommunikationstreffpunkt, mit Statements und Kongressen. Vor allem aber ist die IFA ein wichtiger Handelsplatz. Mit einem Ordervolumen von rund 4,35 Milliarden Euro im vergangenen Jahr unterstreicht die Messe ihre weltweite Bedeutung für Industrie und Handel.

Thomas Marschner
Freier Journalist aus Berlin

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