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Hindus drängen das Litauische Nationaltheater, das kulturell unsensible Ballett “La Bayadère” abzusetzen

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Ballett des Litauischen Nationaltheaters La Bayadère
Ballett des Litauischen Nationaltheaters La Bayadère

Hindus drängen das renommierte Litauische Nationale Opern- und Balletttheater (LNOBT) in Vilnius, das für den 03. bis 05. März 2022 geplante Ballett “La Bayadère” zurückzuziehen, das ihrer Meinung nach östliche religiöse und andere Traditionen ernsthaft trivialisiert.

Rajan Zed, der Präsident der Universal Society of Hinduism
Rajan Zed, der Präsident der Universal Society of Hinduism

Der hinduistische Staatsmann Rajan Zed sagte heute in einer Erklärung in Nevada (USA), dass ein vom Steuerzahler finanziertes litauisches Nationaltheater wie das LNOBT nicht die Aneignung von Traditionen, Elementen und Konzepten “anderer” und die Verhöhnung ganzer Gemeinschaften fördern sollte.
 
Zed, der Präsident der Universal Society of Hinduism ist, wies darauf hin, dass dieses zutiefst problematische Ballett nur eine eklatante Verharmlosung einer reichen Zivilisation sei und orientalistische Einstellungen des 19. Er forderte LNOBT auch auf, sich für eine solch unangemessene Auswahl zu entschuldigen.
 
Das LNOBT, das als größtes Theater und eines der wichtigsten Kulturzentren Litauens gilt und 1920 gegründet wurde, hätte etwas Reife zeigen sollen, bevor es ein Ballett wie “La Bayadère” (Die Tempeltänzerin) auswählt, das das östliche Erbe karikiert und ethnischen Stereotypen Vorschub leistet, bemerkte Rajan Zed.
 
Es war höchst unverantwortlich für eine nationale Institution wie das LNOBT, ein solches Ballett zu wählen, dem man vorgeworfen hatte, einen fehlerhaften Mischmasch aus orientalistischen Stereotypen, entmenschlichender kultureller Darstellung und falscher Repräsentation, beleidigenden und entwürdigenden Elementen, unnötiger Aneignung kultureller Motive, Essentialismus, seichtem Exotismus, Karikaturismus usw. zu bevormunden. LNOBT könnte es besser machen, um seinen vielfältigen Interessengruppen zu dienen; so Zed.
 
Rajan Zed schlug dem LNOBT-Geschäftsführer Jonas Sakalauskas, dem künstlerischen Leiter der Oper, Sesto Quatrini, und dem künstlerischen Leiter des Balletts, Martynas Rimeikis, vor, ihre Systeme und Verfahren neu zu bewerten und ihre Führungskräfte zu einem kulturellen Sensibilitätstraining zu schicken, damit solche unangemessenen Dinge in Zukunft nicht mehr durchrutschen.
 
Außerdem sollte das litauische Kulturministerium unter der Leitung von Simonas Kairys seine Beziehung zum LNOBT ernsthaft überdenken, wenn es weiterhin Ballette wie “La Bayadère” aufführe, die die Traditionen der “Anderen” trivialisierten, so Zed weiter.
 
Wie viele andere betrachten auch Hindus das Ballett als eine der verehrten Kunstformen, die Reichtum und Tiefe bieten. Aber wir befinden uns nun im 21. Jahrhundert, und das veraltete “La Bayadère”, das erstmals 1877 in St. Petersburg (Russland) aufgeführt wurde, ist längst überfällig für einen endgültigen Rückzug von der Weltbühne, so Rajan Zed.


La Bayadère, oder Bajaderė, wie es auf Litauisch heißt, wurde erstmals 2007 mit Nerijus Juška und Miki Hamanaka in den Hauptrollen gezeigt. Auf der Hauptbühne des LNOBT wird die dreistündige “La Bayadère” in drei Akten aufgeführt. Dirigent ist Martynas Staškus und die Karten kosten bis zu 60 € pro Stück. Das LNOBT zog 1974 in das heutige Gebäude ein.

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