POZNAŃ, Polen — Die polnische Tourismusbranche nutzt diese Woche, um Regionalreisen, kulinarische Erlebnisse und internationale Geschäftskontakte miteinander zu verbinden. BUY POLAND 2026, ein Programm der Polnischen Tourismusorganisation, findet vom 5. bis 9. Oktober in Poznań statt. Reiseagenturen und Veranstalter aus dem Ausland treffen dabei auf polnische Unternehmen aus dem Tourismus- und Gastgewerbe.
Im Mittelpunkt steht kein einzelnes neues Bauprojekt oder eine kurzfristige Werbekampagne, sondern die praktische Vermittlung zwischen Reisezielen und internationalen Anbietern. Das Programm kombiniert Studienreisen mit einem Branchentreffen. Ausländische Fachleute können Regionen und Angebote zunächst selbst kennenlernen und anschließend mit Hotels, Restaurants, Verkehrsunternehmen, Destination-Management-Firmen und weiteren Partnern sprechen.
Regionale Vielfalt als Reiseprodukt
Nach Angaben der Polnischen Tourismusorganisation nehmen mehr als 100 Vertreter ausländischer Reisebüros und Reiseveranstalter an der fünften Ausgabe von BUY POLAND teil. Erwartet werden unter anderem Fachleute aus Japan, Mexiko, Kanada, den Vereinigten Staaten und mehreren europäischen Ländern.
Das Veranstaltungsformat setzt auf unmittelbare Eindrücke. Für die ersten Programmtage stehen vier thematische Studienreisen zur Auswahl: Familienurlaub, Aktivtourismus, kulinarische Erlebnisse sowie Geschichte und Kultur.
Damit wird Poznań zugleich als Stadt und als Ausgangspunkt für die Erkundung der Woiwodschaft Großpolen präsentiert. Für internationale Besucher kann die Region unterschiedliche Reisebausteine miteinander verbinden: einen Aufenthalt in der Stadt, Ausflüge zu historischen Orten, Aktivitäten im Freien oder Einblicke in regionale Esskultur.
Kulinarik mit regionalem Bezug
Besonders lebensnah ist die kulinarische Route des Programms. Essen wird dabei nicht als isolierter Programmpunkt behandelt, sondern als Bestandteil einer größeren Reiseerfahrung. Dazu gehören die Orte, an denen Produkte entstehen, die Menschen und Betriebe dahinter sowie die Verbindung zwischen regionaler Küche, Geschichte und Landschaft.
Für kleinere Unternehmen kann dieser Ansatz wichtig sein. Lokale Produzenten, Restaurants, Unterkünfte, Museen und Reiseleiter erhalten die Möglichkeit, gemeinsam eine Region zu erzählen. Aus einzelnen Angeboten können so buchbare Reisebausteine entstehen, die sich für ausländische Märkte verständlich und attraktiv zusammenstellen lassen.
Die kulinarische Perspektive passt zudem zu einem allgemeinen Wandel im Tourismus. Viele Reisende suchen nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern auch einen Zugang zum Alltag eines Ortes. Regionale Gerichte, Märkte, Handwerk und saisonale Produkte können dabei eine Brücke zwischen Landschaft, Kultur und Gastfreundschaft bilden.
Vom Besuch zum Geschäftskontakt
Auf die Studienreisen folgt am 8. Oktober ein ganztägiger Workshop. Dort sollen internationale Einkäufer mit polnischen Anbietern zusammenkommen und mögliche neue Reiseprodukte besprechen.
In den offiziellen Unterlagen werden mehr als 100 polnische Dienstleister als erwartete Teilnehmer genannt. Dazu zählen unter anderem Destination-Management-Unternehmen, Hotels, Restaurants und Verkehrsanbieter. Für die Branche ist der direkte Austausch besonders wertvoll, weil ausländische Veranstalter konkrete Fragen zu Logistik, Saisonzeiten, Kapazitäten, Preisen und Kombinationsmöglichkeiten stellen können.
Eine solche Verbindung kann regionalen Anbietern helfen, ihre Angebote genauer auf internationale Nachfrage abzustimmen. Sichtbarkeit allein führt nicht automatisch zu Buchungen. Erst wenn Kontakte in konkrete Programme, Verträge oder wiederkehrende Kooperationen münden, entsteht ein nachhaltiger wirtschaftlicher Effekt.
Poznań als Gastgeber
Poznań bringt dafür gute Voraussetzungen mit: eine kompakte historische Innenstadt, Konferenzinfrastruktur und Verkehrsverbindungen sowie den Zugang zu den vielfältigen Angeboten Großpolens. Die Stadt kann damit sowohl als Städtereiseziel als auch als Ausgangspunkt für regionale Entdeckungen auftreten.
BUY POLAND 2026 stellt keine einzelne neue Attraktion vor. Der Wert der Veranstaltung liegt vielmehr darin, bestehende Angebote international anschlussfähig zu machen. Ausländische Fachleute erhalten einen konzentrierten Einblick in die regionale Vielfalt Polens, während polnische Unternehmen neue Kontakte zu Märkten aufbauen können.
Bis zum Abschluss des Programms am 9. Oktober bleibt der Schwerpunkt damit praktisch und konstruktiv: Reiseziele vor Ort kennenlernen, regionale Küche und Kultur einordnen und aus lokalen Angeboten verantwortungsvoll vermittelbare Reiseerlebnisse entwickeln.






















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