Riga erhält am Donnerstag, 20. August, einen neuen musikalischen Treffpunkt für internationale Folk- und Weltmusik. Beim Sommerkonzert PORTA 26 treten ab 19:00 Uhr in der K.K. Fon Stricka Villa drei sehr unterschiedliche Projekte auf. Im Mittelpunkt stehen mehrstimmiger baltischer Gesang, süditalienische Klangtraditionen und eine zeitgenössische, körperbetonte Interpretation des finnischen Akkordeons.
Anders als ein mehrtägiges Festival konzentriert sich PORTA 26 an diesem Abend auf ein klar umrissenes Format. Drei geografisch und stilistisch verschiedene Ansätze werden nacheinander an einem Ort präsentiert. Dadurch entsteht ein musikalischer Bogen, der Tradition nicht als unveränderliches Archiv behandelt, sondern als Material für neue Formen des gemeinsamen Hörens.
Ein baltischer Auftakt mit mehrstimmigem Gesang
Zu den Mitwirkenden gehören The Baltic Sisters, ein internationales Projekt mit Sängerinnen aus Lettland, Litauen und Estland. Das Ensemble besteht aus der Estin Marion Selgall, den Lettinnen Vineta Romāne und Liene Skrebinska sowie der Litauerin Laurita Peleniūtė.
Die Gruppe verbindet die Volksliedtraditionen und mehrstimmigen Gesangsformen der drei baltischen Länder. Dabei geht es nicht nur um die Bewahrung historischer Techniken. The Baltic Sisters übertragen diese musikalischen Grundlagen in ein heutiges Konzertformat und machen hörbar, wie eng regionale Gesangstraditionen miteinander verbunden sind, ohne ihre jeweiligen Besonderheiten zu verlieren.
Das Debütalbum Värav / Vārti / Vartai erschien 2025. In der offiziellen Biografie des Projekts wird es als international anerkannt beschrieben; außerdem wurde es von Folk Alliance International für eine Auszeichnung im Bereich globaler Musik nominiert. Der Auftritt in Riga steht damit sowohl in einem baltischen als auch in einem internationalen Zusammenhang.
Süditalienische Klangbilder und finnische Energie
Yaràkä vertritt Italien. Das Trio stammt aus Taranto in Apulien und arbeitet mit süditalienischen Wurzeln, mediterranen Melodien sowie Rhythmen, die von afrikanischen und amazonischen Traditionen beeinflusst sind. Die Band beschreibt ihre Musik als rituell geprägt und beschäftigt sich mit Natur, Erinnerung und alten kulturellen Vorstellungen.
Das Album Curannera aus dem Jahr 2023 nimmt Bezug auf die Figur einer traditionellen Heilerin. Gesungen wird im Dialekt von Taranto. Damit bleibt die regionale Identität deutlich erkennbar, während die Arrangements musikalische Verbindungen über den Mittelmeerraum hinaus suchen. Für das Rigaer Publikum entsteht so ein Beispiel dafür, wie Volksmusik zugleich lokal verankert und offen für entfernte Einflüsse sein kann.
Den dritten Akzent setzt der finnische Akkordeonist und Komponist Antti Paalanen. Sein Stil verbindet Folk-Akkordeon mit Tanzrhythmen, hoher körperlicher Energie, von Metal beeinflussten Klangfarben und Gesangstechniken. Paalanen nutzt das diatonische Akkordeon nicht bloß als Begleitinstrument, sondern als vollständige Klangquelle für Bass, Harmonie, Melodie, Rhythmus und Stimme.
Ein kompakter Abend mit internationaler Perspektive
Die K.K. Fon Stricka Villa ist ein passender Rahmen für ein solches Sommerprogramm. Der urbane Kulturort in Riga bietet eine Atmosphäre, in der nicht allein die Größe einer Bühne zählt. Die Nähe zwischen Publikum und auftretenden Musikerinnen und Musikern unterstützt ein Konzert, das von unterschiedlichen Klangfarben und persönlichen Spielweisen lebt.
Als Veranstalter ist in den Ticketinformationen der Verein Pasaules mūzika genannt, der hinter dem PORTA-Festival steht. Kinder bis einschließlich elf Jahre erhalten freien Eintritt. Ermäßigungen gibt es für Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie Pensionärinnen und Pensionäre bei Vorlage eines gültigen Nachweises. Das Konzert wird außerdem im öffentlichen Veranstaltungs- und Tourismuskalender Rigas geführt.
PORTA 26 zeigt damit, wie ein einzelner Konzertabend eine weit gespannte musikalische Landkarte eröffnen kann. The Baltic Sisters stehen für gemeinschaftlichen baltischen Gesang, Yarákä für eine süditalienische Perspektive mit globalen rhythmischen Bezügen und Antti Paalanen für die Weiterentwicklung eines traditionellen Instruments. In Rigas dichtem Augustprogramm ist diese konzentrierte Verbindung verschiedener Musiksprachen ein eigenständiger kultureller Akzent.



















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