Ein Netzwerk deutschsprachiger Auslandsmedien will den 6. Oktober als internationalen „Tag der Auslandsdeutschen“ etablieren. Mit dem neuen Gedenktag sollen die Geschichte, Gegenwart und gesellschaftlichen Beiträge deutscher und deutschstämmiger Gemeinschaften außerhalb des deutschen Sprachraums stärker sichtbar werden.
Ohne Deutsche gäbe es in den USA keine Hamburger, kein Ketchup, keine Micky Maus, keine Jeans, kein Paypal und keine Hollywoodfilme! In Paris stünde kein Eiffelturm. Die Briten hätten keinen König Charles und keine Weihnachtsbäume. In Paraguay würde ohne Deutsche die Milchversorgung zusammenbrechen. Der argentinische Tango müsste ohne seine typische musikalische Untermalung durch das Bandoneon auskommen. Ohne Deutsche würde Australien heute nicht zu den weltweit führenden Wein-Exporteuren gehören. Wichtige Teile der Aborigines-Kultur wären in Vergessenheit geraten. Das größte Platin-Vorkommen der Welt in Südafrika und einzigartige Felszeichnungen in der libyschen Sahara würden vielleicht bis heute auf ihre Entdeckung warten. In Pakistan wären Tausende Menschen ohne eine Deutsche aus Leipzig an Lepra gestorben.
Viele der über 60 Millionen Deutschstämmigen im Ausland haben Großartiges geleistet. Doch diese Leistungen werden kaum gewürdigt.
Die Initiative geht von der Internationalen Medienhilfe (IMH) aus, einem Netzwerk deutschsprachiger Medien im Ausland. Nach Angaben der Organisation haben die im Netzwerk zusammengeschlossenen Zeitungen, Zeitschriften, Onlineportale sowie Radio- und Fernsehangebote den 6. Oktober zum internationalen „Tag der Auslandsdeutschen“ erklärt.
Ein gemeinsamer Termin für deutsche Gemeinschaften weltweit
Die IMH verweist darauf, dass Millionen Menschen deutscher Herkunft außerhalb Deutschlands leben und dass deutschsprachige Gemeinschaften in vielen Ländern eigene Vereine, Medien und kulturelle Institutionen aufgebaut haben. Der neue Gedenktag soll nach dem Willen der Initiatoren einen gemeinsamen Anlass schaffen, um diese Geschichte und Gegenwart öffentlich zu würdigen.
Für den kommenden 6. Oktober kündigt das Netzwerk Sonderberichte und Themenseiten in deutschsprachigen Auslandsmedien an. Darüber hinaus sollen Veranstaltungen unterstützt und kurze Videobeiträge von Deutschen und Deutschstämmigen aus verschiedenen Ländern über soziale Netzwerke verbreitet werden.
IMH-Gründer und -Leiter Björn Akstinat erklärt, dass sich Zeitungen, Zeitschriften, Internetportale sowie Radio- und Fernsehsendungen im Ausland mit eigenen Beiträgen beteiligen sollen. Vereine, Medien und Privatpersonen, die Aktionen zum Gedenktag planen, können sich nach Angaben der Organisation ebenfalls an das zentrale Organisationskomitee wenden.
Warum der 6. Oktober?
Das Datum knüpft an die deutsch-amerikanische Erinnerungskultur in den Vereinigten Staaten an. Am 6. Oktober 1683 gründeten deutsche Einwanderer Germantown im heutigen Pennsylvania. Das Jubiläum dieser frühen deutschen Siedlung wurde 1983 in den USA im Rahmen des „Tricentennial Anniversary Year of German Settlement in America“ begangen.
Der 6. Oktober wurde anschließend auf Bundesebene als German-American Day aufgegriffen: 1987 bezeichnete ein US-Bundesgesetz den 6. Oktober ausdrücklich als German-American Day, gefolgt von einer entsprechenden Präsidentenproklamation. Damit wurde der Tag zu einem wiederkehrenden Bezugspunkt für die Würdigung deutsch-amerikanischer Geschichte und Kultur.
Deutschsprachige Medien als verbindendes Netzwerk
Nach Angaben der Internationalen Medienhilfe existieren außerhalb Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, Liechtensteins und Luxemburgs rund 2.500 deutschsprachige Zeitungen, Zeitschriften, Internetportale sowie Radio- und Fernsehangebote. Ein Teil dieser Medien ist im IMH-Netzwerk organisiert.
Der „Tag der Auslandsdeutschen“ soll diese internationale Medienlandschaft mit Vereinen, Kulturschaffenden und lokalen deutschsprachigen Gemeinschaften verbinden. Die Initiative ist damit vor allem als gesellschaftlicher und kultureller Gedenktag angelegt, der von den beteiligten Organisationen und Medien getragen wird.
Als sichtbares Beispiel deutsch-amerikanischer Kultur nennt die Pressemitteilung auch die traditionsreiche Steubenparade in New York. Das von der IMH zur Verfügung gestellte Pressefoto zeigt die Parade auf der Fifth Avenue.
Beteiligung am neuen Gedenktag
Organisationen, Medien und Einzelpersonen, die sich mit Veranstaltungen, Berichten oder anderen Aktionen am 6. Oktober beteiligen möchten, können nach Angaben der IMH Kontakt mit dem Organisationskomitee aufnehmen. Weitere Informationen stellt die Internationale Medienhilfe auf ihrer Website bereit.
Quelle: Pressemitteilung der Internationalen Medienhilfe (IMH), 29. September 2026. Redaktionell bearbeitet und um eine historische Einordnung zum German-American Day ergänzt.






















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