Humboldt Forum führt Berliner Wasser- und Klimaanpassung an die Spree
Ein öffentlicher Rundgang des Humboldt Forums verbindet die Spree mit Fragen zu Infrastruktur und Klimaanpassung.
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Humboldt Forum führt Berliner Wasser- und Klimaanpassung an die Spree

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Wie prägt Wasser den Alltag in Berlin? Dieser Frage widmet sich am Samstag, dem 22. August 2026, der Rundgang „Bei jedem Wetter“ auf der Spreeinsel. Das Angebot des Humboldt Forums verbindet wissenschaftliche Themen mit konkreten Beobachtungen im Stadtraum.

Die etwa 90-minütige Führung beginnt und endet am Humboldt Forum und steht im Zusammenhang mit der Ausstellung On Water – Wasserwissen in Berlin im Humboldt Labor. Wasser wird dabei nicht nur als naturwissenschaftliches Thema behandelt. Die Teilnehmenden betrachten auch die Rolle des Flusses, öffentlicher Anlagen und bebauter Flächen für das urbane Leben.

Wasserforschung wird im Stadtraum sichtbar

Die Ausstellung zeigt aktuelle Forschungsprojekte der Berlin University Alliance und ergänzt sie durch künstlerische Perspektiven. Im Mittelpunkt steht die doppelte Bedeutung des Wassers: Es ist Grundlage des Lebens, kann Städte aber auch vor komplexe Aufgaben stellen, wenn Starkregen, Hitze oder veränderte Verfügbarkeit zusammenkommen.

Der Rundgang überträgt diese Perspektive auf die Umgebung des Humboldt Forums. An konkreten Stationen geht es laut Veranstaltungsbeschreibung um die Wasserqualität der Spree und die Frage, ob und wie der Fluss künftig stärker als öffentlicher Raum genutzt werden kann. Ebenso werden öffentliche Trink- und Springbrunnen sowie historische Hebelpumpen betrachtet.

Damit erscheinen diese Elemente nicht nur als Bestandteile des Stadtbildes. Sie erzählen auch etwas über Versorgung, öffentliche Infrastruktur und den Zugang zu Wasser. Ein Trinkbrunnen kann an heißen Tagen zur praktischen Erfrischung beitragen, eine historische Pumpe verweist auf frühere Formen der Wasserversorgung und die Spree verbindet ökologische, soziale und städtebauliche Fragen.

Klimaanpassung beginnt auf der Straße

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Klimaanpassung. Die Führung greift Maßnahmen wie Entsiegelung und Versickerungsanlagen für Starkregen auf. Wo Regenwasser nicht sofort über vollständig befestigte Flächen abfließt, kann es länger im Boden gehalten werden. Das kann die Kanalisation entlasten und zugleich Böden und Pflanzen zugutekommen.

Auch die kühlende Wirkung von Bäumen und Fassadenbegrünung wird thematisiert. Die Verdunstung von Wasser kann zur Abkühlung beitragen, während Vegetation Schatten spendet und den Aufenthalt im öffentlichen Raum angenehmer macht. Solche Maßnahmen sind meist kleinteilig, bilden zusammen aber einen wichtigen Bestandteil einer klimaangepassten Stadt.

Der Rundgang vermittelt diese Zusammenhänge über Beobachtung und Gespräch. Das macht das Thema auch für Menschen zugänglich, die nicht beruflich mit Hydrologie, Stadtplanung oder Umweltpolitik zu tun haben. Statt ausschließlich über abstrakte Klimamodelle zu sprechen, geht es um Orte, die Besucherinnen und Besucher unmittelbar sehen können.

Berlin als Lernort

Die Veranstaltung steht für eine Form der Wissenschaftskommunikation, die Forschung aus dem Ausstellungsraum hinausführt. Museen und Hochschulen können komplexe Themen in Ausstellungen, Vorträgen und Publikationen erklären. Ein Spaziergang ergänzt diese Formate um eine räumliche Perspektive: Straßen, Ufer, Pumpen, Fassaden und Grünflächen werden zu Beispielen für Entscheidungen über Infrastruktur und Flächennutzung.

Gerade bei der Klimaanpassung ist dieser Ansatz hilfreich. Hitze und Starkregen werden lokal erlebt, während die Antworten häufig aus vielen einzelnen Maßnahmen bestehen. Entsiegelte Flächen, bepflanzte Innenhöfe, schattige Wege, begrünte Fassaden und zugängliche Uferbereiche gehören zu einem gemeinsamen urbanen Wassersystem.

Das Humboldt Forum beschreibt die Führung als Verbindung von Stadtbeobachtung und Hintergrundwissen sowie als Dialog zwischen unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven. Die Spreeinsel wird damit selbst zum Lernort. Der Rundgang verspricht keine einzelne Patentlösung, sondern zeigt, wie Forschung, Gestaltung und öffentliche Diskussion gemeinsam zu einem besseren Verständnis der Stadt beitragen können.

Termin und Ausstellung

„Bei jedem Wetter“ beginnt am 22. August um 16:00 Uhr. Die Führung findet auf Deutsch statt, richtet sich an Personen ab 14 Jahren und kostet laut Veranstaltungsangaben 12 Euro. Tickets können online oder an der Kasse im Foyer des Humboldt Forums erworben werden.

Die Ausstellung On Water – Wasserwissen in Berlin ist im Humboldt Labor noch bis zum 27. September 2027 zu sehen. Zusammen bilden Ausstellung und Rundgang ein konstruktives öffentliches Angebot: Wissenschaftliche Erkenntnisse werden mit dem Alltag verbunden und helfen dabei, die Stadt und ihre Anpassung an ein verändertes Klima bewusster wahrzunehmen.

Quellen

Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion
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