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Fokus Minderheiten: Kateřina Tučková und Slobodan Šnajder im Gespräch mit Hans-Christian Trepte.

Für Kateřina Tučková war es ein “Schock”, von der gemeinsamen deutsch-tschechischen Vergangenheit ihrer Geburtsstadt Brünn zu erfahren, die der “Brünner Todesmarsch” jäh beendete: In der Besatzungszeit durch Nazideutschland gedemütigt, unterdrückt, tyrannisiert, versuchen die Tschechen, sich der Deutschen so schnell es geht zu entledigen. Diese Geschichte macht Tučková am Einzelschicksal von Gerta, der Titelfigur ihres Romans, fest und gibt “Interferenzräumen” ein konkretes Gesicht.

Der kroatische Schriftsteller Slobodan Šnajder hält die ambivalente Verbundenheit mit zwei Kulturen am Beispiel seiner eigenen Familie fest. Seine Authentizität bezieht Šnajders Roman “Die Reparatur der Welt” durch die Quellen – Gespräche mit den Eltern, den familiären Nachlass.

Kateřina Tučková und Slobodan Šnajder lesen Auszüge aus ihren Romanen und versuchen, Interferenzräume im deutsch-tschechischen und deutsch-südosteuropäischen Kontext zu beschreiben – geht es um Parallelität, Verschmelzung, Doppelung?

Kateřina Tučková, geboren 1980 in Brünn/Brno, ist Schriftstellerin, Dramatikerin, Publizistin, Kunsthistorikerin und Ausstellungskuratorin. Für ihre Bücher gewann sie den Josef-Škvorecký-Preis, den Preis Magnesia Litera und den Preis Tschechischer Bestseller, 2017 wurde ihr durch das Institut für das Studium totalitärer Regime der Preis für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte verliehen.

Slobodan Šnajder, geboren 1948 in Zagreb, war langjähriger Chefredakteur der Theaterzeitschrift Prolog. Er schreibt Prosa, Essays und vor allem Theaterstücke. International bekannt wurde er durch sein Stück “Der kroatische Faust”. Er ist politischer Kolumnist der Tageszeitung Novi list und seit 2001 Intendant des Theaters der Jugend, Zagreb. Für den Roman “Die Reparatur der Welt” wurde er mehrfach ausgezeichnet.

Moderation: Hans-Christian Trepte, Slawist, Anglist, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Slawistik der Universität Leipzig. Er beschäftigt sich mit westslawischen Literaturen und Kulturen, hat zahlreiche Bücher (Exil, Migration, J. Conrad) und wissenschaftliche Texte zu diesen Themen veröffentlicht, ist auch Übersetzer polnischer Literatur.

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