Riga richtet seinen Blick in diesem Herbst auf das spanischsprachige Kino: Am Dienstag, dem 15. September, beginnt im Pavillon der Nationalen Filmschule der Lettischen Kulturakademie das siebte Spanische Filmfestival. Bis zum 29. September stehen drei spanische Filme verschiedener Genres auf dem Programm. Gezeigt wird im Original mit englischen Untertiteln, der Eintritt ist kostenlos.
Die Eröffnung um 18 Uhr in der Miera-Straße 58A ist ein aktueller kultureller Termin für die lettische Hauptstadt. Das Festival verbindet internationale Filmperspektiven mit einem offenen Bildungsort und richtet sich damit nicht nur an ein spezialisiertes Kinopublikum. Auch Sprachlernende, Studierende und Menschen, die europäische Filmkultur entdecken möchten, können das Angebot ohne Eintrittshürde nutzen. ([lka.edu.lv](https://www.lka.edu.lv/en/featured/events/7th-spanish-film-festival/))
Drei Filme, mehrere Zugänge
Die diesjährige Ausgabe konzentriert sich auf drei ausgezeichnete Produktionen aus unterschiedlichen Genres. Nach Angaben der Kulturakademie wurden alle drei Filme auf bedeutenden Filmfestivals anerkannt. Die einzelnen Titel nennt die aktuelle Veranstaltungsankündigung nicht. Gerade die überschaubare Auswahl gibt dem Festival jedoch ein klares Profil: Statt eines umfangreichen Marktes bietet es einen konzentrierten Einblick in verschiedene Formen des spanischen Kinos.
Die Entscheidung für Originalfassungen mit englischen Untertiteln ist dabei mehr als eine technische Frage. Sprache, Klangfarbe und Schauspiel bleiben in ihrer ursprünglichen Form erhalten, während die Untertitel den Zugang für ein internationales Publikum sichern. So entsteht ein Format, das kulturelle Begegnung nicht über vereinfachte Vermittlung, sondern über das unmittelbare Kinoerlebnis ermöglicht.
Für Riga ist ein solches Programm besonders passend. Die Stadt verfügt über eine aktive Film- und Festivalszene, zugleich suchen Bildungseinrichtungen nach Wegen, internationale Themen in den öffentlichen Raum zu bringen. Das Spanische Filmfestival verbindet beides in kompakter Form.
Studierende gestalten das Programm mit
Organisiert wird das Festival von Ana León-Manzanero, einer außerordentlichen Professorin am Lehrstuhl für interkulturelle Kommunikation und Fremdsprachen der Lettischen Kulturakademie, gemeinsam mit Jānis Putniņš, dem künstlerischen Leiter der Nationalen Filmschule.
Auch Studierende des ersten Jahrgangs im Bachelorprogramm für lettisch-spanische interkulturelle Beziehungen sind an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt. Dadurch bleibt das Festival nicht auf eine Vorlesung oder eine institutionelle Präsentation beschränkt. Die Studierenden arbeiten an einem öffentlichen Kulturprojekt mit, empfangen Besucherinnen und Besucher und erleben, wie sprachliche und kulturelle Kenntnisse in einer realen Veranstaltung eingesetzt werden können.
Unterstützt wird die Initiative außerdem von der Spanischen Botschaft in Lettland und der Spanischen Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit, AECID. Als Gastdozentin wirkt Isabel Rodríguez Pisano an der Vorbereitung und Durchführung mit. Die Beteiligung mehrerer Partner gibt dem Festival eine europäische und zugleich lokale Struktur.
Ein Kulturort für die Stadt
Der Veranstaltungsort, der Pavillon der Nationalen Filmschule, ist für das Konzept von Bedeutung. Das Gebäude steht für Ausbildung und audiovisuelle Praxis, öffnet sich während des Festivals aber bewusst einem breiteren Publikum. Riga erhält damit einen Ort, an dem Film nicht nur produziert und studiert, sondern auch gemeinsam erlebt werden kann.
Solche Übergänge zwischen Hochschule und Stadtgesellschaft sind für Kulturveranstaltungen besonders wertvoll. Sie bringen Menschen in Räume, die sie sonst vielleicht nicht besuchen würden, und machen akademische Arbeit sichtbar, ohne sie in eine rein institutionelle Sprache zu verpacken. Das Festival zeigt zugleich, wie eine kulturelle Veranstaltung mit begrenztem Umfang eine internationale Perspektive in den Alltag der Stadt bringen kann.
Warum ein kostenloses Festival zählt
Der freie Eintritt ist ein wesentlicher Bestandteil des Angebots. Kinokarten, Anreise und ein dicht gefüllter Veranstaltungskalender können den Besuch kultureller Veranstaltungen erschweren. Ein kostenloses Festival senkt diese Schwelle und ermöglicht spontane Entscheidungen – besonders bei einem Programm, das viele Besucherinnen und Besucher möglicherweise erst kennenlernen möchten.
Die zweiwöchige Laufzeit schafft zudem Flexibilität. Das Publikum muss nicht an einem einzigen Abend teilnehmen, sondern kann zwischen mehreren Terminen wählen und das Festival in den eigenen Alltag integrieren. Für Studierende und internationale Bewohnerinnen und Bewohner Rigas kann die Reihe zu einer niedrigschwelligen Möglichkeit werden, spanische Kultur in der Stadt zu erleben.
Das siebte Spanische Filmfestival ist damit eine konstruktive Ergänzung des lettischen Kulturherbstes: Es bringt preisgekröntes Kino nach Riga, verbindet Sprachunterricht mit öffentlicher Kulturarbeit und schafft einen kostenlosen Treffpunkt für unterschiedliche Zielgruppen.
Die Veranstaltung findet vom 15. bis 29. September 2026 im Pavillon der Nationalen Filmschule der Lettischen Kulturakademie, Miera-Straße 58A, statt. Der Eintritt ist frei. Für genaue Vorführzeiten und weitere Hinweise sollten Interessierte die Veranstaltungsseite der Akademie prüfen.





















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