Musik im beleuchteten Wawel-Hof
KRAKAU — Das Sommerfestival „Wawel im Abendlicht“ erreicht am Sonntag, dem 9. August, seinen Abschluss. Um 20 Uhr beginnt im Arkadenhof des Königsschlosses Wawel das Schlusskonzert der 19. Ausgabe. Auf dem Programm stehen Werke von Fryderyk Chopin, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven. Mitwirkende sind die Pianistin Zitong Wang, das CORda Cracovia Orchestra und der Dirigent Paweł Kapuła.
Das Konzert gehört damit zu den aktuellen kulturellen Höhepunkten in Krakau. Der besondere Charakter des Festivals entsteht nicht allein durch das Repertoire, sondern durch die Verbindung von Musik, Architektur und Abendlicht. Die historischen Höfe des Wawel werden zu Veranstaltungsorten, deren räumliche Wirkung ausdrücklich Teil des Konzepts ist.
Chopin, Mozart und Beethoven
Der Abend beginnt mit zwei Kompositionen von Chopin: dem Walzer E-Dur, op. posth. Nr. 44, sowie dem Andante spianato und der Grande Polonaise brillante, op. 22. Danach folgt Mozarts Ouvertüre zur Oper Die Hochzeit des Figaro. Das Werk steht im Programm eines Jahres, in dem der 270. Geburtstag des Komponisten begangen wird.
Den Abschluss des musikalischen Hauptteils bildet Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll, op. 37. Die Dramaturgie des Abends führt damit von Chopins konzentrierter Klaviermusik über Mozarts Opernwelt zu Beethovens groß besetztem Konzertwerk.
Die Verpflichtung von Zitong Wang stellt zudem eine Verbindung zur polnischen Klaviertradition her. Die Wawel-Veranstalter führen sie als Gewinnerin des dritten Preises beim 19. Internationalen Fryderyk-Chopin-Klavierwettbewerb in Warschau im Jahr 2025. Ihr Auftritt gibt dem Finale einen direkten Bezug zu jenem Wettbewerb, der Polens musikalische Ausstrahlung weltweit prägt.
Ein Festival zwischen Geschichte und Gegenwart
Die diesjährige Ausgabe läuft vom 30. Juli bis zum 9. August. Veranstaltet wird sie vom Königsschloss Wawel gemeinsam mit der Künstlergruppe Castello. Für die künstlerische Leitung ist Małgorzata Janicka-Słysz verantwortlich, das Organisationsmanagement liegt bei Hubert Piątkowski.
Das Programm umfasst Kammerkonzerte, Solorezitals, symphonische Abende und einen Auftritt junger Pianisten. Neben dem internationalen klassischen Repertoire steht polnische Musik im Mittelpunkt. Chopin gehört ebenso dazu wie Mieczysław Karłowicz, dessen 150. Geburtstag in diesem Jahr mit einer Aufführung seiner Serenade für Streicher gewürdigt wurde.
Die wichtigsten Spielorte sind der Batory-Hof und der Arkadenhof. Nach Angaben des Schlosses ist der Batory-Hof normalerweise nicht für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Die Konzerte eröffnen somit einen ungewöhnlichen Zugang zum historischen Ensemble. Die größeren symphonischen Veranstaltungen finden im Arkadenhof statt, darunter das Finale am 9. August.
Klassische Musik für mehrere Generationen
Das Festival richtet sich an ein polnisches und internationales Publikum unterschiedlichen Alters. Damit wird klassische Musik in das sommerliche Stadtleben Krakaus eingebunden, ohne auf die konzentrierte Erfahrung eines Konzertabends zu verzichten.
Der Anspruch auf Zugänglichkeit zeigte sich auch beim kostenlosen Programm für junge Pianisten. Dort erklangen Chopin-Werke ebenso wie Jazz-Improvisationen über Chopin-Themen. Die großen Abendkonzerte sind kostenpflichtig. Das Schloss nennt für das Finale einen regulären Preis von 140 Złoty und einen ermäßigten Preis von 90 Złoty für berechtigte Jugendliche, Studierende, Pensionierte und Seniorinnen und Senioren.
Da das Finale im Freien stattfindet, empfiehlt der Veranstalter, sich auf kühlere Temperaturen und wechselhaftes Wetter einzustellen. Die Eingänge zum Arkadenhof öffnen um 19 Uhr. Je nach Verfügbarkeit können Karten bis zum Beginn des Konzerts auch an der Tageskasse erhältlich sein.
Der historische Ort als kultureller Partner
Wawel gehört zu den bekanntesten historischen Orten Polens. Beim Festival fungiert das Schloss jedoch nicht bloß als Kulisse. Die Beleuchtung, die Innenhöfe und die akustische Wirkung der Architektur beeinflussen die Wahrnehmung der Musik und machen den Ort zu einem aktiven Bestandteil der Aufführung.
Für Krakau zeigt das Festival, wie eine Institution des kulturellen Erbes ihre Räume für heutige Teilhabe öffnen kann. Bekanntes Repertoire wird in einen historischen Zusammenhang gestellt, zugleich erhalten junge Künstlerinnen und Künstler sowie neue Konzertformate ihren Platz.
Das Finale am Sonntag bündelt diese Idee in einem einzigen Abend: Chopin am Klavier, Mozart in der Ouvertüre und Beethoven im Konzert, gespielt von Zitong Wang und dem CORda Cracovia Orchestra unter der Leitung von Paweł Kapuła. Der beleuchtete Arkadenhof bildet den Rahmen für den Abschluss der diesjährigen Ausgabe.



















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