Bergen macht Künstlerateliers an einem Wochenende zur Besuchsroute
B-open führt Besucher durch Bergens Arbeitsräume und kreative Kulturorte.
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Bergen macht Künstlerateliers an einem Wochenende zur Besuchsroute

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Ein anderer Blick auf Bergen

Bergen zeigt an diesem Wochenende eine weniger bekannte Seite seines Kulturlebens. Vom 19. bis 20. September 2026 öffnet das Festival B-open die Arbeitsräume professioneller Künstlerinnen, Künstler und Kunsthandwerker in der Stadt und ihrem Umland.

Aus Werkstätten, Ateliergemeinschaften, ehemaligen Industriegebäuden und anderen kreativen Arbeitsorten wird eine vorübergehende Besuchsroute. Reisende und Einheimische können dabei nicht nur fertige Arbeiten sehen, sondern auch die Räume und Verfahren kennenlernen, in denen Kunst entsteht.

Nach Angaben der Veranstalter sind alle offenen Ateliers und begleitenden Veranstaltungen kostenlos und für alle zugänglich. Die Hauptöffnungszeiten liegen an beiden Tagen zwischen 12:00 und 17:00 Uhr. Ateliers im Zentrum sind am Samstag geöffnet, Räume außerhalb der Innenstadt am Sonntag. ([b-open.no](https://www.b-open.no/information-for-artists/?utm_source=openai))

Kunst dort, wo sie entsteht

Der besondere Reiz von B-open liegt in der unmittelbaren Begegnung. Kunst wird nicht nur in Galerien oder Museen präsentiert, sondern an den Orten, an denen sie entwickelt, ausprobiert und hergestellt wird. Für Besucher entsteht dadurch ein konkreterer Zugang zur kreativen Szene Bergens.

Das Spektrum reicht von bildender Kunst und Kunsthandwerk bis zu Fotografie, Film, Installation und elektronischer Kunst. Über das Künstlerverzeichnis können Interessierte ihre Route nach Ort oder Arbeitsweise planen. Gleichzeitig lädt das Format dazu ein, sich treiben zu lassen: ein Viertel auszuwählen, zu Fuß zwischen Ateliers zu wechseln und neue Räume zu entdecken.

Die Aufteilung auf zwei Tage folgt vor allem der Geografie. Am Samstag, 19. September, öffnen Ateliers in der Innenstadt. Am Sonntag, 20. September, folgen unter anderem Standorte in Askøy, Minde, Sandviksbodene, Laksevåg und Fana. Damit verteilt sich das Festival über den gesamten Stadtraum und das nahe Umland.

Eine Kulturroute durch mehrere Stadtteile

Mehrere Partnerinstitutionen ergänzen das zentrale Atelierprogramm. Das Bergen Center for Electronic Arts, kurz BEK, lädt in der C. Sundts gate zu einem eigenen offenen Programm ein. Dort können Besucherinnen und Besucher Arbeitsprozesse mit Video, interaktiven Installationen und elektronischen Werkzeugen kennenlernen. Im Mittelpunkt stehen Recherche und Entwicklung, nicht nur die fertige Präsentation. ([bek.no](https://bek.no/embed/?utm_source=openai))

Bei USF Verftet ist am Samstag ein geführter Rundgang durch Ateliers im Zentrum vorgesehen. Treffpunkt ist das Kafé Kippers. Die Route stellt mehrere teilnehmende Künstler vor und bietet eine strukturierte Einführung in das Festival. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, weshalb eine frühzeitige Planung sinnvoll ist. ([usf.no](https://www.usf.no/en/events/b-open-atelierbesok/IgwyJL0WoY?utm_source=openai))

Auch andere Werkstätten und Kollektive öffnen ihre Türen. Bergen Fellesverksted kündigt für Sonntag ein B-open-Open-House an und verbindet den Atelierbesuch mit gemeinschaftsorientierten Aktivitäten. So wird sichtbar, dass Bergens Kulturleben nicht nur aus etablierten Institutionen besteht, sondern auch aus Werkstätten, selbstorganisierten Räumen und lokalen Netzwerken. ([bergenfellesverksted.no](https://www.bergenfellesverksted.no/kalender/maned/?utm_source=openai))

Ein etabliertes Herbstwochenende

B-open ist inzwischen ein fester Bestandteil des Kulturkalenders. Die Veranstalter berichten, dass sich 2025 insgesamt 130 Künstler beteiligten und 6.168 Besucher kamen. Das deutet auf eine gewachsene Resonanz hin, ohne dass das Festival seinen offenen und niedrigschwelligen Charakter verloren hat. ([b-open.no](https://www.b-open.no/?utm_source=openai))

Für den Tourismus ist B-open eine sinnvolle Ergänzung zu Bergens bekannten Angeboten. Die norwegische Stadt ist international vor allem für Bryggen, die Fjordlandschaft und ihre Funktion als Ausgangspunkt für Reisen durch Westnorwegen bekannt. Das Festival fügt diesem Bild eine zeitgenössische, lokal verankerte Perspektive hinzu.

Gleichzeitig lenkt B-open den Blick auf Stadtteile abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten. Die Besucherroute führt nicht zu einem einzigen Hauptort, sondern verbindet verschiedene Ateliers und Kollektive. Dadurch wird auch der Weg zwischen den Stationen Teil des Erlebnisses.

Praktische Hinweise

Wer das Wochenende nutzen möchte, sollte das aktuelle Künstlerverzeichnis und das Programm vor der Anreise prüfen. Die Öffnungstage unterscheiden sich je nach Lage des Ateliers, und einzelne Veranstaltungsorte können zusätzliche Hinweise veröffentlichen. Die offiziellen Angaben nennen 12:00 bis 17:00 Uhr als zentrale Besuchszeit; Visit Bergen bestätigt den kostenlosen Eintritt. ([b-open.no](https://www.b-open.no/information-for-artists/?utm_source=openai))

Am Freitagabend, 18. September, ist außerdem eine öffentliche Eröffnung bei Bergen Assembly vorgesehen. Ab Samstagmittag verlagert sich das Festival in die Ateliers, Werkstätten und Kulturorte der Stadt.

Die Grundidee von B-open ist einfach, aber wirkungsvoll: Das kulturelle Leben einer Stadt findet nicht nur in fertigen Ausstellungen statt. Für ein Wochenende werden Bergens Arbeitsräume Teil der touristischen Landkarte und machen jene Menschen, Orte und Prozesse sichtbar, die die zeitgenössische Identität der Stadt prägen.

Quellen

Lena Klingbach
Lena Klingbach ist die versierte Redakteurin der Kolumne Kultur & Bildung, mit einem scharfen Auge für die Künste und einer Leidenschaft für die Kraft des Lernens. Ihr Hintergrund in Kunstgeschichte und Literatur ermöglicht es ihr, Geschichten zu kuratieren, die den Reichtum des kulturellen Erbes und des intellektuellen Lebens der baltischen Region feiern. Lena ist überzeugt, dass Kultur und Bildung die Eckpfeiler einer starken Gesellschaft sind, und widmet sich leidenschaftlich der Aufgabe, diese lebenswichtigen Geschichten den Lesern der Baltischen Rundschau näherzubringen.

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