BREMEN — Der Bremer Bürgerpark wird in diesen Tagen zu einem offenen Wissenschaftslabor. Vom 10. bis 12. September 2026 bringt das Festival Explore Science kostenlose Experimente, Workshops, Wettbewerbe und Bühnenshows in die Nähe des Marcusbrunnens.
Das diesjährige Thema lautet „Erfindungen & Entdeckungen“. Die Veranstaltung richtet sich an Kindergärten, Schulklassen, Familien und alle anderen Besucherinnen und Besucher, die Naturwissenschaften und Technik praktisch kennenlernen möchten. Im Mittelpunkt stehen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – in Deutschland häufig unter dem Kürzel MINT zusammengefasst.
Organisiert wird Explore Science von der Klaus Tschira Stiftung. Beteiligt sind außerdem Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Schulen sowie lokale Partner. Nach Angaben der Veranstalter findet die Bremer Ausgabe 2026 zum achten Mal statt.
Wissenschaft mitten im Park
Der öffentliche Ort prägt den Charakter des Festivals. Die Angebote finden nicht nur in einer Hochschule oder einem Museum statt, sondern in einem vertrauten Stadtpark, den Bremerinnen und Bremer für Spaziergänge und Freizeit nutzen. Für einige Tage entsteht dort ein niedrigschwelliger Zugang zu wissenschaftlichen Fragen.
Die offiziellen Veranstaltungszeiten sind am Donnerstag und Freitag von 9 bis 16 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 17 Uhr. Auch der Bürgerparkverein führt Explore Science als kostenloses Angebot für Kindergärten, Schulen und Familien aus Bremen und der Umgebung.
Besucher können zwischen Mitmachstationen, Workshopzelten und dem Bühnenprogramm wechseln. Viele Angebote sind so angelegt, dass Kinder und Erwachsene unmittelbar ausprobieren können, wie etwas funktioniert – oder warum ein Versuch zunächst nicht funktioniert.
Von Papierbrücken bis Elektromobilität
Die Themen reichen von einfachen technischen Prinzipien bis zu aktuellen Forschungsfragen. Auf dem Programm stehen unter anderem Experimente zu Licht, Kameras, Wasser, Kunststoffen, Windkraft und Radio. Weitere Stationen beschäftigen sich mit Fossilien, Naturvorbildern, Programmierung und Farbeffekten.
Ein Workshop verbindet Photovoltaik mit Elektromobilität. Ein anderer führt in die Entwicklung eines Rovers für den Marsmond Phobos ein. Für jüngere Besucher gibt es altersgerechte Zugänge, während ältere Schülerinnen und Schüler an anspruchsvolleren Aufgaben arbeiten können.
Die Veranstalter geben zwar Orientierungshilfen nach Altersgruppen, betonen aber, dass grundsätzlich alle Besucher willkommen sind. Das Konzept setzt auf Neugier: Fragen stellen, Materialien untersuchen, Modelle bauen und die eigenen Vermutungen mit den Ergebnissen vergleichen.
Schülerinnen und Schüler präsentieren eigene Ideen
Ein wichtiger Teil von Explore Science sind die Schülerwettbewerbe. Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Klassenstufen entwickeln Lösungen für experimentelle Aufgaben und stellen sie während des Festivals vor. Zu den Wettbewerbsthemen gehören Papierbrücken, Binärcode, Crashtests und mechanische Konstruktionen.
Die Universität Bremen beteiligt sich ebenfalls am Programm. An ihrem Stand geht es unter anderem darum, wie das Gehirn arbeitet, weshalb Kugellager praktisch sind und ob Algen als Lebensmittel genutzt werden können. Die Universität beschreibt Explore Science als Gelegenheit, Wissenschaft über Mitmachstationen, Workshops, Bühnendarbietungen und Wettbewerbe unmittelbar zu erleben.
Damit wird Forschung nicht als fernes Spezialgebiet präsentiert. Stattdessen lernen Besucher typische Arbeitsweisen kennen: beobachten, Fragen formulieren, testen, Fehler erkennen und eine Idee weiterentwickeln. Gerade diese Verbindung aus Bildung, öffentlichem Raum und spielerischem Ausprobieren macht das Festival zu einem konstruktiven Bremer Stadttermin.
Bühnenprogramm für verschiedene Altersgruppen
Ergänzt werden die Stationen durch ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm. Vorgesehen sind interaktive Wissenschaftsshows, ein naturwissenschaftliches Kindertheater, ein Physikzirkus der Universität Bremen und Formate über überraschende Entdeckungen und die Rolle des Zufalls beim Experimentieren.
Ein Teil des Programms wird mit Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache angeboten. Die Veranstalter veröffentlichen außerdem Altersempfehlungen, verstehen diese jedoch als Orientierung und nicht als Zugangsvoraussetzung.
Die Workshops am 10. und 11. September richten sich vor allem an Schulklassen und Kindergartengruppen. Nach Angaben der Organisatoren sind für einzelne Angebote noch kurzfristige Anmeldungen möglich. Für Familien und Einzelbesucher bilden die offenen Mitmachstationen und die Bühnenshows den zentralen Zugang.
Einladung zum gemeinsamen Entdecken
Explore Science zeigt, wie Wissenschaftsvermittlung und kulturelles Stadtleben denselben öffentlichen Ort nutzen können. Der Bürgerpark wird vorübergehend nicht nur zum Erholungsraum, sondern auch zu einem Platz für gemeinsames Fragen, Bauen, Prüfen und Staunen.
Das Festival läuft bis Samstag, 12. September. Der Eintritt zu den Explore-Science-Angeboten ist kostenlos.




















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