Copenhagen Maqam Festival verbindet musikalische Traditionen in einem gemeinsamen Stadtraum
Das Copenhagen Maqam Festival findet vom 11. bis 13. September 2026 im Valby Kulturhus statt.
DänemarkGesellschaft und Kultur

Copenhagen Maqam Festival verbindet musikalische Traditionen in einem gemeinsamen Stadtraum

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Kopenhagen erlebt vom 11. bis 13. September die dritte Ausgabe des Copenhagen Maqam Festival. Im Mittelpunkt stehen musikalische Traditionen aus dem Nahen Osten, Nordafrika, der Türkei, dem Iran und dem Balkan. Veranstaltungsort ist das Valby Kulturhus, ein städtisches Kulturzentrum im Westen der dänischen Hauptstadt. Das Programm verbindet Konzerte mit Workshops und öffnet den Zugang zu einer Musikform, die vielen Stadtbewohnern möglicherweise noch nicht vertraut ist.

Der Begriff Maqam bezeichnet modale Systeme, die Melodieführung, Improvisation und musikalischen Ausdruck prägen. Sie haben sich in unterschiedlichen regionalen Kulturen entwickelt und stehen für eine lange Geschichte musikalischer Verbindungen. Das Festival präsentiert diese Traditionen nicht als statisches Erbe, sondern als lebendige Formen, die in zeitgenössischen Aufführungen weiterentwickelt werden.

Musik als Begegnungsraum

Nach Angaben des Kopenhagener Kultur- und Freizeitsektors gehören die ägyptische Sängerin Fatma Zidan und der in Dänemark aktive Balkan-Musiker Bjonko zu den angekündigten Künstlern. Zidan steht für arabische Gesangstraditionen, während Bjonko mit Saxofon und Klarinette arbeitet und musikalische Einflüsse des Balkans aufgreift.

Ergänzt wird das Bühnenprogramm durch Workshops für orientalischen Tanz und Percussion. Dadurch bleibt der Festivalbesuch nicht auf das Zuhören beschränkt. Interessierte können sich mit Rhythmus, Bewegung und musikalischer Praxis auseinandersetzen. Gerade für Menschen ohne Vorkenntnisse schafft dieses Format einen niedrigschwelligen Einstieg.

Das kommunale Veranstaltungsprofil beschreibt das Festival als Treffpunkt für Musiker, Musikliebhaber und neugierige Besucher. Unterschiedliche regionale Traditionen sollen miteinander ins Gespräch kommen. Dabei stehen sowohl klassische als auch moderne Interpretationen auf dem Programm.

Ein lokales Projekt mit wiederkehrender Perspektive

Das Festival wurde erstmals 2024 veranstaltet und kehrte 2025 zurück. Ein Beschluss des Kopenhagener Musikausschusses vom März 2026 dokumentiert die kommunale Unterstützung für die diesjährige Ausgabe. Zugleich wurde das Valby Kulturhus als Veranstaltungsort bestätigt.

Der Wechsel beziehungsweise die Weiterentwicklung im städtischen Kulturzentrum ist mehr als eine organisatorische Einzelheit. Das Valby Kulturhus verfügt über Räume für Theater, Musik, kreative Arbeit und gemeinschaftliche Aktivitäten. Damit erhält das Festival einen Ort, der nicht ausschließlich als Konzertsaal funktioniert, sondern als Teil der lokalen kulturellen Infrastruktur.

Diese Einbettung stärkt die gesellschaftliche Dimension der Veranstaltung. Das Festival möchte eine musikalische Tradition sichtbarer machen, die im dänischen Kulturangebot bisher weniger präsent ist, und zugleich Begegnungen zwischen unterschiedlichen kulturellen und generationellen Gruppen ermöglichen.

Warum dieses Format relevant ist

Städtische Kulturveranstaltungen machen Vielfalt häufig über Küche, Sprache oder bildende Kunst erfahrbar. Das Maqam Festival wählt einen anderen Zugang: Es schafft einen gemeinsamen öffentlichen Raum über Melodie, Rhythmus und Improvisation. Kultureller Austausch wird dabei nicht nur beschrieben, sondern praktisch erlebt — durch Zuhören, Mitmachen und den direkten Kontakt mit den Künstlern.

Das Beispiel zeigt außerdem, welche Rolle kommunale Kulturhäuser für kleinere und neuere Initiativen spielen können. Das Festival erreicht über das Valby Kulturhus ein lokales Publikum, während der Veranstaltungsort sein Programm um internationale und diaspora-geprägte künstlerische Perspektiven erweitert.

Für Kopenhagen ist dies eine konstruktive Geschichte über kulturelle Teilhabe im Alltag. Die Veranstaltung ist überschaubar, verfolgt aber ein klares Modell: Eine regelmäßig stattfindende lokale Initiative kann musikalische Traditionen mit globalen Wurzeln in einer modernen skandinavischen Stadt verankern.

Die Ausgabe 2026 läuft noch bis zum 13. September. Konzerte und Workshops werden separat gebucht; aktuelle Programminformationen veröffentlichen die Veranstalter und die städtischen Kulturkalender.

Quellen

Lena Klingbach
Lena Klingbach ist die versierte Redakteurin der Kolumne Kultur & Bildung, mit einem scharfen Auge für die Künste und einer Leidenschaft für die Kraft des Lernens. Ihr Hintergrund in Kunstgeschichte und Literatur ermöglicht es ihr, Geschichten zu kuratieren, die den Reichtum des kulturellen Erbes und des intellektuellen Lebens der baltischen Region feiern. Lena ist überzeugt, dass Kultur und Bildung die Eckpfeiler einer starken Gesellschaft sind, und widmet sich leidenschaftlich der Aufgabe, diese lebenswichtigen Geschichten den Lesern der Baltischen Rundschau näherzubringen.

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