Deutschland öffnet neues Förderfenster für Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen
Gründächer, Bepflanzungen und Regenwasserrückhalt gehören zu den möglichen Themen des neuen deutschen Förderaufrufs zur Klimaanpassung.
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Deutschland öffnet neues Förderfenster für Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen

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Förderung für Orte, an denen besonders gefährdete Menschen betreut werden

Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit öffnet ein neues Förderfenster für Klimaanpassungsprojekte in sozialen Einrichtungen. Im Rahmen der Förderrichtlinie „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“, kurz AnpaSo, können Anträge vom 1. Oktober bis zum 30. November 2026 eingereicht werden.

Die am 3. September veröffentlichte Ankündigung richtet sich an Einrichtungen, in denen Menschen betreut werden, die besonders unter Hitze und anderen Folgen des Klimawandels leiden können. Genannt werden unter anderem Pflegeheime, Krankenhäuser, Kindertagesstätten und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Gefördert werden sollen vorbildhafte Vorhaben, deren Erfahrungen auch anderen Einrichtungen zugutekommen können. ([bundesumweltministerium.de](https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/bmukn-foerdert-ab-oktober-weitere-projekte-zur-klimaanpassung-in-sozialen-einrichtungen?utm_source=openai))

Von der Planung zur Umsetzung

Der neue Aufruf setzt voraus, dass die betreffende Einrichtung bereits Unterstützung aus einem früheren AnpaSo-Förderfenster erhalten hat. Gefördert worden sein müssen entweder ein Klimaanpassungskonzept oder eine Einstiegs- und Orientierungsberatung. Damit soll die aktuelle Runde vor allem dort ansetzen, wo Risiken bereits untersucht und geeignete Maßnahmen vorbereitet wurden.

Antragsberechtigt sind laut Ministerium Kommunen, gemeinnützige Vereinigungen sowie Organisationen und Unternehmen aus dem Gesundheits-, Pflege- und Sozialsektor. Zuständig für die Antragstellung ist die Projektträgerin Zukunft – Umwelt – Gesellschaft, kurz ZUG. Auf ihrer Programmseite bestätigt sie den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. November und stellt Informationen zum neuen Förderaufruf bereit. ([bundesumweltministerium.de](https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/bmukn-foerdert-ab-oktober-weitere-projekte-zur-klimaanpassung-in-sozialen-einrichtungen?utm_source=openai))

Gründächer, Bepflanzung und Regenwasserrückhalt

Im Mittelpunkt stehen konzeptbasierte und vorbildhafte Investitionsmaßnahmen. Das Ministerium nennt Gründächer, Bepflanzungen, Entsiegelungen und Wasserflächen als Beispiele. Solche naturbasierten Lösungen können mehrere Ziele miteinander verbinden: Sie spenden Schatten, speichern Regenwasser, verbessern das Mikroklima, fördern die biologische Vielfalt und können die Luftqualität oder den Lärmschutz unterstützen.

Für soziale Einrichtungen ist dieser Mehrfachnutzen besonders relevant. Ein begrünter Innenhof kann während heißer Tage einen geschützten Aufenthaltsort schaffen. Bäume und andere Pflanzen können versiegelte Flächen beschatten und deren Aufheizung verringern. Regenmulden oder andere Rückhalteelemente helfen zugleich, Niederschläge auf dem Grundstück zu bewirtschaften. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt vom Gebäude, vom Standort und von den betreuten Menschen ab. ([bundesumweltministerium.de](https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/bmukn-foerdert-ab-oktober-weitere-projekte-zur-klimaanpassung-in-sozialen-einrichtungen?utm_source=openai))

Modellprojekte sollen Nachahmung erleichtern

Die AnpaSo-Förderung verfolgt einen bewusst praktischen Ansatz. In der Übersicht des Ministeriums wird zwischen Beratung, Konzeptentwicklung und investiven Maßnahmen unterschieden. Konzepte und Schulungen sollen Einrichtungen helfen, ihre Betroffenheit zu verstehen und Prioritäten zu setzen. Investitionen können anschließend den direkten Schutz von Menschen und Infrastruktur verbessern.

Diese Abfolge macht die neue Ausschreibung zu mehr als einer allgemeinen Absichtserklärung. Sie verbindet bereits geleistete Vorarbeit mit sichtbaren Veränderungen vor Ort. Ein städtischer Kindergarten kann beispielsweise seine Außenflächen kühler gestalten, während ein Pflegeheim den Zugang zu einem beschatteten Garten verbessern oder Dach- und Hofflächen begrünen könnte. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen aus einem vorhandenen Konzept hervorgehen und als übertragbares Beispiel dienen. ([bundesumweltministerium.de](https://www.bundesumweltministerium.de/programm?cHash=f804d29576e61362e121236b2172461d&tx_bmubfundingdb_programs%5Bprogram%5D=29&utm_source=openai))

Digitale Informationsveranstaltungen geplant

Zur Vorbereitung auf den Förderaufruf plant ZUG digitale Informationsveranstaltungen am 6. Oktober und am 5. November 2026. Dort sollen die Anforderungen des Aufrufs, der Ablauf der Antragstellung und die notwendigen Unterlagen erläutert werden. Die Termine liegen damit sowohl zum Beginn als auch während des Antragsfensters.

Das Ministerium kündigt außerdem an, die Unterstützung über die aktuelle Runde hinaus fortzuführen. Künftige Förderungen sollen auf einer überarbeiteten Richtlinie und einem neuen Haushaltstitel beruhen. Konkrete langfristige Mittel stehen jedoch unter dem Vorbehalt des jeweiligen Bundeshaushalts. Sicher belegt ist zunächst die aktuelle Möglichkeit, Anträge im Herbst 2026 einzureichen. ([bundesumweltministerium.de](https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/bmukn-foerdert-ab-oktober-weitere-projekte-zur-klimaanpassung-in-sozialen-einrichtungen?utm_source=openai))

Klimaanpassung als Teil der sozialen Infrastruktur

Die Ankündigung zeigt, wie Klimaanpassung zunehmend mit Gesundheitsvorsorge und der Gestaltung alltäglicher Infrastruktur verbunden wird. Soziale Einrichtungen sind dabei besonders wichtige Orte: Sie betreuen Menschen, die Hitze oft schlechter verkraften, und verfügen zugleich über Gebäude und Freiflächen, die angepasst werden können.

Der neue Förderaufruf setzt auf konkrete, nachvollziehbare und möglichst übertragbare Lösungen. Damit entsteht ein konstruktiver Ansatz für eine Aufgabe, die viele Einrichtungen betrifft: Aus Klimarisiken sollen praktische Verbesserungen werden – in Innenhöfen, auf Dächern, an Gebäuden und in den Außenbereichen von Orten, an denen Menschen wohnen, lernen, gepflegt oder begleitet werden.

Quellen

Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion
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