Am Montag, 24. August 2026, beginnt an der Universität Bremen die 29. Informatica Feminale. Bis zum 4. September bringt die internationale Sommeruniversität zwei Wochen lang Lehrveranstaltungen, Workshops und Begegnungen rund um Informatik, Digitalisierung und künstliche Intelligenz auf den Campus.
Das Angebot richtet sich an Frauen aus unterschiedlichen Studienrichtungen, Hochschularten und beruflichen Bereichen. Angesprochen sind sowohl Studentinnen und Berufstätige als auch Interessierte, die ihre Kenntnisse in Informatik erweitern möchten. Die Kurse finden auf Deutsch oder Englisch statt und reichen von Einführungen und Grundlagen bis zu spezialisierten aktuellen Themen.
38 Kurse mit unterschiedlichen Zugängen
Nach Angaben der Universität Bremen umfasst die diesjährige Ausgabe 38 Workshops und Kurse. Ein Blick in das offizielle Programm der ersten Woche zeigt die thematische Spannbreite: Auf dem Stundenplan stehen unter anderem Big Data Systems and Analytics, Design Patterns in Software Engineering, eine Einführung in die Verarbeitung natürlicher Sprache, Kryptografie und Quantencomputing.
Mehrere Angebote verbinden Informatik mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragen. Environmental Data Science with R and Python vermittelt Methoden zur Arbeit mit Umweltdaten. Eine Einführung in die Energiewirtschaft stellt technische und digitale Kompetenzen in einen größeren wirtschaftlichen Zusammenhang. In einem Kurs zur Programmierung intelligenter Haushaltsroboter können die Teilnehmerinnen mit einer virtuellen Forschungsumgebung arbeiten und anwendungsorientierte Softwareentwicklung kennenlernen.
Auch mathematische und theoretische Perspektiven sind vertreten. Kurse zu Beweisen und Programmen sowie zu Logik, Zeit und Berechnung zeigen, dass Informatik nicht nur aus dem Schreiben von Code besteht. Zum Fach gehören ebenso abstraktes Denken, Modellierung, präzise Argumentation und die Fähigkeit, komplexe Probleme verständlich zu strukturieren.
Forschung und Praxis außerhalb des Seminarraums
Ein wesentlicher Bestandteil der Informatica Feminale sind Besuche bei Forschungsinstituten, Unternehmen und weiteren Einrichtungen in Bremen und der Region. Die Universität nennt für 2026 unter anderem Airbus Bremen, ArcelorMittal Bremen, ein Müllheizkraftwerk und das Klärwerk Seehausen als Ziele von Exkursionen.
Darüber hinaus stehen Einblicke in wissenschaftliche und technologische Einrichtungen auf dem Programm. Dazu gehören das Center of Applied Space Technology and Microgravity, das Bremer FabLab, das Fibre Institute Bremen, das Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz.
Solche Besuche machen sichtbar, wie digitale Methoden in unterschiedlichen Arbeitsfeldern eingesetzt werden: in der Raumfahrttechnik, der industriellen Produktion, der Materialforschung, der künstlichen Intelligenz und der technischen Infrastruktur. Für Studierende und Berufstätige entsteht dadurch eine Verbindung zwischen dem Unterricht und möglichen späteren Tätigkeitsfeldern.
Netzwerk, Kommunikation und Vereinbarkeit
Das Fachprogramm wird durch Lunch-Talks, Netzwerkveranstaltungen und Gespräche mit Expertinnen aus Wissenschaft und Wirtschaft ergänzt. Hinzu kommen kulturelle und gemeinsame Freizeitangebote. Die Universität hebt außerdem hervor, dass während der gesamten Veranstaltung eine kostenlose Kinderbetreuung angeboten wird.
Diese Kombination erweitert den Charakter der Sommeruniversität. Wer neu in ein technisches Fachgebiet einsteigt, kann Grundlagen in einer konzentrierten, unterstützenden Umgebung erwerben. Fortgeschrittene Teilnehmerinnen können neue Themen ausprobieren, vorhandene Kenntnisse auffrischen und Kontakte zu Dozentinnen aus Forschung und Praxis knüpfen.
Auch Kommunikations- und Karrierethemen gehören zum Konzept. Die Organisatorinnen verbinden technische Inhalte mit der Frage, wie Wissen präsentiert, berufliche Wege geplant und Netzwerke aufgebaut werden können. Je nach Kurs sind Teilnahmebescheinigungen oder Leistungspunkte möglich.
Informatik als gemeinsames Lernfeld
Die Bremer Sommeruniversität kommt zu einem Zeitpunkt, an dem digitale Systeme und künstliche Intelligenz in nahezu allen Fachgebieten an Bedeutung gewinnen. Energie, Umweltforschung, Industrie, Verwaltung und Wissenschaft benötigen Menschen, die digitale Werkzeuge nicht nur anwenden, sondern auch kritisch verstehen und weiterentwickeln können.
Ein Programm, das sich ausdrücklich an Frauen aus verschiedenen Disziplinen richtet, erweitert deshalb den Zugang zu einem Fach, das häufig als besonders spezialisiert wahrgenommen wird. Die Informatica Feminale setzt dabei auf kleine Lern- und Austauschformate, internationale Dozentinnen sowie die Verbindung von Grundlagen, Spezialwissen und beruflicher Orientierung.
Organisiert wird die Ausgabe 2026 von Professorin Nicole Megow und dem Fachbereich Mathematik und Informatik der Universität Bremen. Unterstützt wird das Projekt von UniTransfer und dem Kompetenzzentrum Frauen in Naturwissenschaft und Technik.
Ein Bremer Modell mit praktischem Anspruch
Die Informatica Feminale macht den Campus für zwei Wochen zu einem Treffpunkt für unterschiedliche Zugänge zur Informatik: über ein Studium, die berufliche Weiterbildung, Forschung oder persönliches Interesse. Ihre Stärke liegt in der Verbindung von Unterricht und Begegnung. Teilnehmerinnen können technische Fähigkeiten erwerben, Forschungseinrichtungen kennenlernen und Kontakte über Fachgrenzen hinweg aufbauen.
Damit steht die Sommeruniversität für eine konstruktive Form der Wissenschafts- und Bildungsberichterstattung: Sie zeigt nicht nur, welche Technologien entwickelt werden, sondern auch, wie Menschen Zugang zu den Kenntnissen erhalten, die für ihre Gestaltung notwendig sind.
Quellen
Universität Bremen: Informatica Feminale 2026






















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