In der Woiwodschaft Małopolska werden am Freitag, dem 25. September 2026, Labore, Hörsäle und Forschungseinrichtungen für Besucher geöffnet. Anlass ist die 20. Ausgabe der Małopolska-Nacht der Wissenschaftler. Das Jubiläumsprogramm will Wissenschaft nicht nur erklären, sondern als gemeinsames gesellschaftliches Erlebnis zugänglich machen.
Koordiniert wird die Veranstaltung von der Regionalverwaltung Małopolska. Erstmals übernimmt das Małopolskie Centrum Nauki Cogiteon die zentrale Koordination. Beteiligt sind Hochschulen, Forschungsinstitute, Museen, Bibliotheken, Kultureinrichtungen und Unternehmen mit eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. Veranstaltungen finden in Kraków und weiteren Orten der Region statt.
Vom Staunen zum Verstehen
Das diesjährige Motto lautet „From WOW! to WHY?“ – vom Staunen zum Warum. Gemeint ist der Schritt von der ersten Begeisterung zur eigenen Frage. Besucher können Forschende treffen, Experimente beobachten und in vielen Fällen selbst tätig werden.
Die Regionalverwaltung versteht die Nacht der Wissenschaftler auch als Bildungsprojekt. Junge Menschen sollen Einblicke in wissenschaftliche Berufe erhalten und erfahren, wie Forschung im Alltag funktioniert. Gleichzeitig richtet sich das Programm an Familien, Erwachsene und alle, die normalerweise keinen Zugang zu Universitätslaboren oder Forschungsinstituten haben.
Im Cogiteon wird die Eröffnung mit der Bekanntgabe der Gewinner eines Wettbewerbs für Kinder und Jugendliche verbunden. Außerdem steht ein Theaterprojekt auf dem Programm, das Puppenspiel, Musik und Multimedia mit Fragen aus Neurowissenschaft, Philosophie und Informationstheorie verbindet. Wissenschaft erscheint damit nicht als isolierte Spezialdisziplin, sondern als Teil eines größeren kulturellen Gesprächs.
Experimente an der AGH
Die Technische Universität AGH in Kraków bietet ein besonders vielseitiges Programm. Besucher können eine virtuelle Reise ins Weltall unternehmen, Nanotechnologie und moderne Werkstoffe kennenlernen, DNA isolieren und Industrieroboter sowie Virtual-Reality-Technologien erleben. Im Hochspannungslabor werden elektrische Entladungen demonstriert.
Die Fakultät für Raumfahrttechnologien öffnet ihre Labore und stellt Projekte von Studierenden und Wissenschaftlern vor. Einige Angebote richten sich ausdrücklich an Jugendliche ab zwölf Jahren. Damit erhalten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, technische Forschung nicht nur aus Medienberichten, sondern in ihrer praktischen Umgebung kennenzulernen.
Das Akademische Zentrum für Materialien und Nanotechnologie verbindet chemische Vorführungen mit Laborführungen. Geplant ist unter anderem eine praktische Aktivität, bei der eine kleine Eule aus Aluminium gegossen wird. Solche Formate machen sichtbar, wie Materialien entwickelt, verarbeitet und für moderne Anwendungen geprüft werden.
Von der Kernphysik bis zur Astronomie
Auch das Institut für Kernphysik der Polnischen Akademie der Wissenschaften beteiligt sich. Auf dem Programm stehen Physikvorführungen, populärwissenschaftliche Filme sowie Besichtigungen von Laboren und Werkstätten. Ergänzend werden Wettbewerbe für Schülerinnen und Schüler angeboten.
Das Institut verweist außerdem auf die Initiative „Wissenschaftler in Schulen“. Forschende besuchen Bildungseinrichtungen und stellen dort ihre Arbeitsgebiete vor. Dadurch beschränkt sich die Veranstaltung nicht auf einen Abend, sondern erreicht auch Klassen und Schulen außerhalb der großen Hochschulstandorte.
In Niepołomice lädt das Jugendobservatorium zu einem kostenlosen Programm für alle Altersgruppen ein. Besucher können die Arbeit von Astronomen aus nächster Nähe kennenlernen und an Aktivitäten teilnehmen, die astronomische Bildung mit praktischen Beobachtungen verbinden.
Wissenschaft als Teil des öffentlichen Lebens
Ein Abend mit offenen Laboren ersetzt keine langfristige Bildungsarbeit. Er kann jedoch Hemmschwellen abbauen und zeigen, dass Forschung nicht nur aus abstrakten Formeln oder schwer zugänglichen Fachartikeln besteht. Besucher sehen die Räume, Geräte und Menschen, die hinter wissenschaftlichen Ergebnissen stehen.
Die regionale Struktur des Programms ist dabei entscheidend. Die Angebote werden nicht an einem einzigen Ort konzentriert, sondern über mehrere Städte und Gemeinden verteilt. So wird die Nacht der Wissenschaftler zu einem Bestandteil des lokalen öffentlichen Lebens und nicht nur zu einem Hochschultermin in Kraków.
Die 20. Ausgabe macht zugleich die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Kultur und Unternehmen sichtbar. Gemeinsam entsteht ein Programm, das Fragen aus Naturwissenschaft, Technik, Medizin, Umweltforschung und Geisteswissenschaften miteinander verbindet.
Für Małopolska ist die Jubiläumsveranstaltung daher mehr als eine populäre Jahresveranstaltung. Sie lädt die Öffentlichkeit ein, Fragen zu stellen, Belege zu prüfen und den Zusammenhang zwischen Forschung und Alltag besser zu verstehen. Für einzelne Workshops und Laborbesuche ist wegen der begrenzten Plätze eine Anmeldung erforderlich.






















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